Hisbollah-Chef warnt vor drohendem Bürgerkrieg: Eine Nation am Scheideweg
Der libanesische Hisbollah-Chef, Naim Kassim, hat unmissverständlich vor den verheerenden Konsequenzen gewarnt, sollte die Regierung ihre Pläne zur Entwaffnung der schiitischen Miliz weiterverfolgen. In einer hitzigen Ansprache an die Nation kritisierte er die Führung in Beirut mit dem Vorwurf, sie agiere im Einklang mit den Interessen Israels und der USA.
Kassim zeichnete ein düsteres Bild der Zukunft des Landes und mahnte, dass das Vorhaben der Regierung, den Widerstand gegen ausländische Mächte zu beenden, das Potenzial habe, den Libanon in einen verheerenden Bürgerkrieg zu stürzen. Er stellte die Dringlichkeit eines geeinten Libanons in starken Worten heraus: Nur eine geeinte Nation könne Chaos und Zerstörung entgegenwirken.
Die libanesische Regierung steht unter dem Druck eines US-Plans, der die vollständige Entwaffnung der Hisbollah bis zum Jahresende fordert. Die nationale Armee sieht sich der Herausforderung gegenüber, bis Ende August einen umsetzbaren Plan zu entwickeln, um dieses heikle und hochriskante Vorhaben anzustoßen. Die Hisbollah selbst stellt dafür allerdings Bedingungen: Sie fordert den Stopp israelischer Militärangriffe und den vollständigen Abzug israelischer Truppen aus dem Süden des Landes.
Obwohl die Hisbollah durch den Verlust ihres einflussreichen Führers Hassan Nasrallah und den anhaltenden Konflikt geschwächt erscheint, bleibt sie eine mächtige politische Kraft im Land. In der schiitischen Bevölkerungsmehrheit des Libanon genießt sie nach wie vor großen Rückhalt. Damit bleibt der Zustand der Unsicherheit im Land unverändert hoch, eine dauerhafte Gefahr für die ohnehin fragile Stabilität der Region.

