Henkell Freixenet trotzt den globalen Herausforderungen mit Wachstum und Innovation
Die Sektkellerei Henkell Freixenet navigiert erfolgreich durch ein herausforderndes Marktumfeld, das von steigenden Zollbarrieren, den Folgen des Klimawandels und geopolitischen Spannungen geprägt ist. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Andreas Brokemper, betonte, dass das kommende Jahr anspruchsvoll werde, da geopolitische Instabilitäten und wirtschaftliche Schwankungen das Konsumverhalten beeinflussen könnten.
Das Unternehmen, mit Sitz sowohl in Wiesbaden als auch in Katalonien, hält seine Vorreiterrolle im globalen Schaumweinmarkt bei. Im Jahr 2024 verzeichnete Henkell Freixenet ein Umsatzwachstum von 1,5 Prozent auf 1,248 Milliarden Euro. Unter Einbeziehung der Sekt- und Branntweinsteuer stiegen die Erlöse um 1 Prozent auf 1,493 Milliarden Euro. Über die genaue Gewinnhöhe schweigt das Unternehmen traditionsgemäß, bestätigt jedoch wieder positive Geschäftszahlen.
Angesichts der unberechenbaren Zollpolitik unter US-Präsident Donald Trump bleibt die Lage angespannt. Aktuell bestehen 10-prozentige Zölle auf Schaumweine, doch eine Anhebung auf 200 Prozent stünde einer Relegierung gleich, wie Brokemper es metaphorisch mit der US-amerikanischen Prohibition vergleicht.
Besonderes Kopfzerbrechen bereitet der Klimawandel den Weinbaubetrieben in der Region Penedès in Nordostspanien. Dort wurden aufgrund der Dürrejahre die Traubenernten erheblich beeinträchtigt, was Preisanhebungen für Cava notwendig machte. Doch der Wandel des Klimas eröffnet auch Chancen, etwa durch die Expansion des Weinbaus nach Südengland, wo das Unternehmen Weingüter wie das Bolney Wine Estate erworben hat.
Außerdem positioniert sich Henkell Freixenet im wachsenden Segment der alkoholfreien Getränke. Insbesondere jüngere Konsumenten legen verstärkt Wert auf gesundheitsbewussten Konsum, was das Unternehmen mit alkoholfreien Varianten seiner klassischen Marken quittiert.
Der Wirtschaftserfolg variiert geografisch: Wachstum in West- und Osteuropa sowie auf dem amerikanischen Kontinent steht einem leichten Rückgang in deutschen, österreichischen, schweizerischen und asiatischen Märkten gegenüber. Die Belegschaft verringerte sich um 2,4 Prozent und umfasst aktuell 3.535 Beschäftigte.

