Hawaii: Hurrikan Hone schont Inselkette, neue Gefahr durch Hurrikan Gilma
Der Tropensturm Hone, der sich zuletzt zu einem Hurrikan verstärkte, passierte am Sonntag in rund 60 Meilen Entfernung die Big Island von Hawaii. Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 57 Meilen pro Stunde sowie Regenmengen von drei bis sechs Zoll wurden bereits an der windzugewandten Seite der Insel gemessen. Aufgrund des starken Regens traten erste Überschwemmungen auf. Wettervorhersagen warnten am Sonntagmorgen vor möglichen Sturzfluten bei weiterem Niederschlag. In einigen Gebieten könnten die Niederschlagsmengen bis zu einem Fuß erreichen, bevor Hone westwärts zieht. Obwohl der Sturm am Sonntag einen Kategorie-1-Hurrikan darstellte, rechnen Meteorologen damit, dass er am Abend an Stärke verlieren wird. Eine Tropensturmwarnung für den Kreis Hawaii bleibt dennoch bestehen und signalisiert, dass durch den Sturm am Wochenende weiterhin gefährliche Bedingungen herrschen können. Interessanterweise galt am Samstag noch eine "Red Flag Warning" für die leewärtigen Gebiete der Insel, die wegen der Trockenheit und Windverhältnisse vor der Gefahr von Waldbränden warnte. Durch den einsetzenden Regen und die anhaltende Luftfeuchtigkeit als Folge des Hurrikans dürfte sich das Waldbrandrisiko jedoch deutlich reduzieren. Trotz der Unwettervorhersagen bereiteten sich die Bewohner von Hawaii am Samstag ruhig auf den Sturm vor, ohne in Panik zu verfallen. Am Wochenende könnten Niederschlagsmengen von sechs bis zwölf Zoll entlang der windzugewandten Gebiete der Big Island und zwei bis vier Zoll auf den kleineren Inseln anfallen. Ein starker Wellengang könnte zusätzliche Gefahren durch potenziell lebensbedrohliche Strände und Strömungen mit sich bringen. Während Hone nach Westen abzieht, nähert sich bereits der intensivere Hurrikan Gilma. Nach aktuellen Einschätzungen der Meteorologen wird Gilma allerdings an Intensität verlieren und am Ende der Woche nördlich an Hawaii vorbeiziehen. Rückblickend auf August 2018, als Hurrikan Lane in rund 100 Meilen Entfernung an Hawaii vorbeizog und mit 58 Zoll Niederschlag die höchsten jemals gemessenen Regenmengen auf die Inselkette brachte, sind die Insulaner gut vorbereitet. Damals führte Lane zwar zu keinen gravierenden Schäden auf der Big Island, jedoch verursachten heftige Windböen in Westmaui mehrere Waldbrände und massiven Sachschaden. Die Zukunft ähnlicher Naturkatastrophen in Hawaii erscheint ungewiss, insbesondere nach dem verheerenden Lahaina-Waldbrand im vergangenen Jahr, der mehr als 100 Menschenleben forderte und die Stadt zerstörte.

