Handelsstreit im Aufwind: USA und China nähern sich an
Nach intensiven Verhandlungen zeichnen sich positive Signale im angespannten Handelsverhältnis zwischen den USA und China ab. Beide Supermächte haben sich in jüngsten Gesprächen darauf geeinigt, Exportrestriktionen bei seltenen Erden prinzipiell zu lockern. Diese Rohstoffe sind essenziell für zahlreiche Industrien weltweit, von Elektromotoren bis zu Rüstungstechnologien. Ein formeller Segen seitens US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping steht allerdings noch aus, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social mitteilte.
Die Verhandlungen, die von Vertretern der beiden Nationen in London geführt wurden, umfassten für China hochrangige Politiker wie Vize-Ministerpräsident He Lifeng und Handelsminister Wang Wentao. Auf US-amerikanischer Seite nahmen Finanzminister Scott Bessent und Handelsminister Howard Lutnick teil. Gemäß den USA wird China Rohstoffe wie seltene Erden bereitstellen, während Washington sicherstellt, dass chinesische Studierende weiterhin Zugang zu amerikanischen Universitäten erhalten.
Parallel dazu äußerte Trump, dass das Zollniveau für Exporte aus China bei 55 Prozent fixiert würde, während China Gegenmaßnahmen mit einer Abgabe von 10 Prozent auf US-Waren vorsehen würde. Der US-Präsident beschrieb das bilaterale Verhältnis als 'ausgezeichnet' und betonte die fortlaufende Zusammenarbeit mit Präsident Xi, um die Handelsbeziehungen zu vertiefen.
In Deutschland kommentierte Bundeskanzler Friedrich Merz den Deal optimistisch und erkannte darin keinen Nachteil für Europa. Im Gegenteil betrachtet er es als Schritt in die richtige Richtung und hofft auf ähnliche Fortschritte in den handelspolitischen Beziehungen zwischen der EU und den USA.
Der Verlagerungsschwerpunkt der Gespräche weg von den Zöllen hin zu den Exportbeschränkungen für seltene Erden wurde bereits im Vorfeld von Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett hervorgehoben. China kontrolliert etwa 90 Prozent des globalen Marktes für diese Rohstoffe und spezielle Magnetmaterialien, die für viele Hightech-Anwendungen entscheidend sind.
Der fortdauernde Handelskonflikt hatte der Weltwirtschaft erheblich zu schaffen gemacht, insbesondere nachdem China im April Ausfuhrkontrollen auf sieben seltene Erden verhängte. Diese Maßnahme verunsicherte Unternehmen weltweit, deren Produktion auf diesen Materialien basiert. Mit dem jüngsten Fortschritt nährt sich die Hoffnung auf eine allmähliche Entspannung der Situation.

