Handelsstreit beeinflusst Bundesanleihen: Leichte Kursgewinne nach US-Zollankündigung
Die Meldung aus Washington hat die Finanzmärkte aufhorchen lassen: Mit der Ankündigung eines breit angelegten Zollpakets von 30 Prozent auf EU-Importe ab dem 1. August sorgt der amtierende US-Präsident Donald Trump für nervöse Reaktionen auf beiden Seiten des Atlantiks. Gleichwohl trug die Unsicherheit auf den Märkten am Montagmorgen dazu bei, dass sich die Kurse deutscher Bundesanleihen leicht erholen konnten. Der Euro-Bund-Future, der als Barometer für langfristige Zinsentwicklungen gilt, legte um 0,05 Prozent zu und notierte bei 129,24 Punkten. Die Verzinsung für zehnjährige Anleihen blieb bei 2,72 Prozent.
Neben den geopolitischen Spannungen bestimmen weiterhin die fiskalpolitischen Maßnahmen der EU das Parkett. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat bislang auf direkte Gegenmaßnahmen verzichtet, auch wenn ihr ein solches Mittel zur Verfügung stünde. Besonders im Fokus bleiben die kurzlaufenden Bundesanleihen, die durch die groß angelegte Unsicherheitsbremse profitieren konnten. Die Verlangsamung des Wachstums in der Eurozone durch potentielle Zollerhöhungen könnte langfristig auch die Handlungsspielräume der Europäischen Zentralbank beeinflussen.
Gleichzeitig werfen makroökonomische Daten aus den USA ihre Schatten voraus. Zwar fehlen am Montag selbst größere Impulse aus dem Konjunkturkalender, jedoch richtet sich die Aufmerksamkeit der Händler zunehmend auf die bevorstehende Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise, die für Dienstag erwartet wird. Experten prognostizieren, dass die für die kommenden Monate angekündigte Ausweitung des Volumens an Bundesanleiheemissionen eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der zukünftigen Kursdynamik spielen wird.

