Handelskonflikt zwischen USA und China erneut vertagt
Im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China konnten die drohenden höheren Zölle vorerst abgewendet werden. US-Präsident Donald Trump hat ein Dekret unterzeichnet, das die Einführung der Zölle auf den 10. November verlegt. Dies wurde auch vom chinesischen Handelsministerium bestätigt. Trump betonte, dass die USA bemüht sind, in weiteren Gesprächen mit China Handelsungleichgewichte zu klären. Bis dahin bleibe das bestehende Abkommen unverändert.
Seit dem Frühjahr haben die USA die Zölle auf chinesische Importe auf bis zu 145 Prozent erhöht, während China mit Gegenzöllen von bis zu 125 Prozent konterte und strategische Rohstoffexporte kontrollierte. Im Mai hatten sich beide Länder in Genf auf eine 90-tägige Aussetzung der neuen Abgaben geeinigt, die nun bis zum Herbst verlängert wurde. Zwar fanden weitere Verhandlungen in London und Stockholm statt, doch blieben sie ergebnislos, sodass dieser Aufschub erste Eskalationswellen verhindert.
Die Spannungen reichen jedoch weit über das Thema Zölle hinaus. Besonders die Exportkontrollen der USA bei Halbleitern und KI-Chips stoßen auf Kritik aus Peking, da diese chinesische Zugangsmöglichkeiten zu Technologie einschränken. Zusätzlich hatte Trump kürzlich bestätigt, dass die US-Regierung ab sofort bei Verkäufen von KI-Chips amerikanischer Unternehmen an China einen Teil der Einnahmen einbehalten wird, was die Fronten weiter verhärten könnte. Dennoch zeigen sich beide Staaten bereit für einen Dialog: China erklärte, substanziellen Fortschritten gegenüber offen zu sein, während Washington ebenfalls Annäherungsbereitschaft signalisiert.
In der Vergangenheit zeigte China Entschlossenheit im Umgang mit den von den USA verhängten Strafzöllen und antwortete sofort mit Gegenzöllen, ohne einseitige Zugeständnisse zu machen. Ob die jüngsten Signale der Kooperation tatsächlich zu einer nachhaltigen Lösung führen werden, bleibt weiterhin unklar.

