Handelskonflikt und Quartalszahlen belasten den deutschen Aktienmarkt
Die Unruhen im Handelsstreit zwischen den USA und China haben ihren Schatten über den deutschen Aktienmarkt geworfen und den jüngsten Erholungsversuch zunichte gemacht. Während der Dax zuletzt auf einem historischen Hoch stand, verloren die Anleger nun aufgrund anhaltender Vorsicht ihren Optimismus. Die bevorstehende Quartalsberichtssaison der führenden US-Banken trägt zusätzlich zur Nervosität bei. Bereits im frühen Handel fiel der Dax um 1,1 Prozent auf 24.111 Punkte, nachdem er in der Vorwoche noch Rekordwerte erreicht hatte. Auch der MDax verzeichnete Verluste und sank um 1,3 Prozent auf 30.040 Punkte. Der EuroStoxx 50 folgte diesem Abwärtstrend mit einem Rückgang um 1,1 Prozent auf 5.510 Punkte. Nachdem der Handelskonflikt zuletzt wieder aufgeflammt war, gibt es weiterhin widersprüchliche Signale von beiden Supermächten. Während US-Präsident Trump zuletzt versöhnlich auf China zuging, äußerte das chinesische Handelsministerium Entschlossenheit, den Konflikt auszutragen.
Analysten sehen den Dax derzeit in einem Seitwärtstrend, solange er bestimmte charttechnische Marken nicht unterschreitet. Die bevorstehenden Geschäftszahlen von Großbanken wie JPMorgan, Wells Fargo, Goldman Sachs und Citigroup drücken ebenfalls auf die Stimmung. Deutsche Bank und Commerzbank reagierten im Vorfeld schon schwächer. Kontinentaleuropäische Unternehmen wie Continental wurden durch externe Faktoren belastet. Auch BASF kämpft mit schwierigen Rahmenbedingungen, während Fresenius als einer der wenigen Lichtblicke am Markt gelten kann. Der SDax wird zudem durch die Ersetzung von Ceconomy durch Medios bewegt, was unter anderem auf strukturelle Veränderungen im freien Handel zurückzuführen ist.

