Handelskonflikt mit USA: EU hofft auf Deeskalation trotz Zollanhebung
Obwohl die USA vor kurzem die Importzölle auf Stahl und Aluminium verdoppelt haben, gibt sich EU-Chefverhandler Maros Sefcovic optimistisch hinsichtlich einer baldigen Lösung im Handelsstreit. Nach einem aufschlussreichen Austausch mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer in Paris betonte Sefcovic, dass die EU die Verhandlungen mit Entschlossenheit vorantreibe. Greer stimmte zu und zeigte sich erfreut über den zügigen Fortschritt der Gespräche, trotz der harschen Eskalation durch die Erhöhung auf 50 Prozent.
Die EU empfindet die doppelte Zollbelastung als unerwarteten Schlag, der die laufenden Verhandlungen unnötig kompliziert. Sefcovic verteidigte die Bedeutung des europäischen Stahls für die US-amerikanische Wirtschaft und kritisierte die Entwicklungen scharf. Deutsche Unternehmen reagieren besorgt auf die handelsstrategischen Zickzack-Bewegungen der Trump-Administration, die Investitionspläne trüben könnten. Volker Treier von der Deutschen Industrie- und Handelskammer macht eine sinkende Zuversicht unter deutschen Firmen in den USA aus, die mittlerweile nur noch begrenzt an wirtschaftlichen Aufschwung glauben.
Präsident Donald Trump verfolgt mit seiner Zollpolitik eine Korrektur des wahrgenommenen Handelsungleichgewichts zum Vorteil der USA. Während Ökonomen bereits negative Effekte für Konsumenten erwarten, bleiben zunehmende Preise bei Importgütern eine greifbare Möglichkeit. Deutschland und Europa könnten bald mit Gegenmaßnahmen antworten, sollten die USA unbeirrt an ihrer Zollentscheidung festhalten – mögliche Gegenzölle auf eine Vielfalt von Produkten, von Jeans bis Motorräder, stehen zur Debatte.
Nicht nur mit der EU, auch mit China verfährt Trump mit harter Hand. Mit fortwährenden Restriktionen belasten die USA die Beziehungen zur aufstrebenden Wirtschaftsmacht zunehmend. Trotz einer Atempause im heißen Handelskonflikt behalten Sanktionen gegen Technologieprodukte ihre Brisanz. Unklar bleibt, ob ein mögliches Telefonat zwischen Trump und Xi Jinping Abhilfe schaffen wird.

