Handelskonflikt mit China belastet Europas Börsen
Europas Aktienmärkte gerieten am Freitag verstärkt unter Druck, als Sorgen über den Handelskonflikt zwischen den USA und China neue Nahrung erhielten. Auslöser waren scharfe Aussagen von US-Präsident Donald Trump, die die wichtigsten Indizes kräftig ins Minus zogen. Der EuroStoxx 50 sank um deutliche 1,68 Prozent auf 5.531,32 Punkte und verzeichnete damit auf Wochensicht ein Minus von 2,13 Prozent. Auch außerhalb des Euroraums zeigten sich die Märkte angeschlagen: Der Schweizer SMI verlor 1,01 Prozent und schloss bei 12.481,41 Zählern, während der britische FTSE 100 um 0,86 Prozent auf 9.427,47 Punkte fiel.
Trump äußerte Zweifel an einem geplanten Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping aufgrund des aktuellen Handelskonflikts und kritisierte Chinas neue Exportbeschränkungen. Seine Androhung von höheren Zöllen auf chinesische Waren beunruhigte die Märkte zusätzlich.
Marktexperten, wie Timo Emden von Emden Research, sehen die Angst vor einer erneuten Eskalation des Handelskonflikts zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt als schwerwiegenden Belastungsfaktor. Insbesondere exportabhängige und konjunktursensible Branchen standen europaweit unter Druck. Technologie-Aktien verzeichneten ein Minus von 3,1 Prozent, was sie ans Ende der Sektorenliste brachte.
Auch die Ölpreise gerieten unter Druck, da die Sorge vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft laut Barbara Lambrecht von der Commerzbank zunahm. Lambrecht hob hervor, dass sich der Preis für Brent-Öl seit Jahresbeginn aufgrund eines gestiegenen Ölangebots stark verringert habe. Im Autosektor geriet Stellantis in den Fokus: Trotz anfänglicher Gewinne durch positive Auslieferungszahlen, fiel die Aktie nach negativen Unternehmensäußerungen auf einer Analystenveranstaltung deutlich ab. Die Nachrichten aus den USA verstärkten den Abwärtstrend nochmals, sodass die Anteilsscheine als Schlusslicht im EuroStoxx um 7,3 Prozent nachgaben.

