Handelsblatt-Kurzmeldung: EU-Pharmaindustrie optimistisch trotz Trumps neuer Zollankündigung
Die Europäische Kommission zeigt sich zuversichtlich, dass die EU-Pharmaindustrie von den neuen, von US-Präsident Donald Trump angekündigten 100% Zöllen verschont bleiben wird. Sie ist der Ansicht, dass die Branche weiterhin vom im Juli mit den USA geschlossenen Handelsabkommen profitieren wird. Dieses Abkommen beschränkt die Zölle auf EU-Importe auf 15 Prozent.
Der stellvertretende EU-Kommissionssprecher Olof Gill erklärte dazu am Freitag: „Dieses umfassende 15%-Limit stellt sicher, dass keine höheren Zölle für europäische Wirtschaftsbeteiligte eingeführt werden. Die EU ist der einzige Handelspartner, der dieses Ergebnis mit den USA erzielt hat.“
Laut Kommission wird die US-Seite sicherstellen, dass die Zölle auf Pharmaerzeugnisse 15% nicht übersteigen, obwohl Trump per Social Media verkündete, ab 1. Oktober 2025 einen 100%-Zoll für alle Marken- oder Patentpharmazeutika einzuführen, sofern das Unternehmen keine Produktionsstätte in Amerika errichtet.
EU-Vertreter sind überzeugt, dass die Vereinbarungen eingehalten werden und Trumps neue Ankündigung auf Widerstand stoßen wird.
Allerdings bleibt der Erfolg bescheiden, da die US-Zölle auf EU-Pharmazeutika zuvor bei 0% lagen. Besonders Dublin, dessen Pharmaindustrie am stärksten betroffen ist, reagierte vorsichtig auf Trumps Mitteilung. Der irische Vizepremierminister Simon Harris kündigte an, die Auswirkungen dieser Ankündigung zu prüfen.
Unterdessen hat die US-Regierung die Zölle auf EU-Autos von 27,5% auf 15% gesenkt, was den Abmachungen entspricht, während die Verhandlungen über Zölle auf Stahl und Aluminium weitergehen.
Eine Einigung auf Zollkontingente wird insbesondere für die Stahl- und Aluminiumbranche angestrebt, während die EU-Kommission wegen der drängenden Bitten aus Frankreich, Italien und Spanien nun auch den Fokus auf Erleichterungen für Wein und Spirituosen legt.

