Handelsblatt Finanz-News: Flexibilität in Handelsgesprächen der USA mit internationalen Partnern zeigt neue Wege auf
Die jüngsten Äußerungen von US-Finanzminister Scott Bessent deuten auf eine unerwartete Flexibilität in der Handelspolitik der Trump-Administration hin. Anlässlich einer Sitzung des House Ways and Means Committee ließ Bessent verlautbaren, dass die USA bereit seien, den Stichtag für die 90-tägige Pause der von Präsident Donald Trump angekündigten Reziprozitätszölle zu verschieben, sofern die Verhandlungen mit den Handelspartnern konstruktiv verlaufen.
Bessent hob ausdrücklich hervor, dass eine Verlängerung der Frist für jene Länder oder Handelsblöcke – wie beispielsweise die Europäische Union – infrage käme, die sich in gutem Glauben an den Verhandlungstisch setzen. Diese Botschaft markiert das erste Mal, dass ein Regierungsvertreter der Trump-Administration öffentliche Flexibilität beim Ablaufdatum dieser Pause signalisiert hat.
Noch steht das jeweilige Datum für diese Unterbrechung auf den 8. Juli fest, doch die Verhandlungen laufen auf Hochtouren. Bislang konnte die US-Regierung lediglich mit Großbritannien eine vorläufige Vereinbarung abschließen. Parallel dazu existiert ein separates Verhandlungsthema mit China, das in London einen Schritt zur Deeskalation eines bilateralen Handelskonflikts gemacht hat.
Nach anfänglichen Tumulten an den globalen Finanzmärkten aufgrund der überraschend umfangreichen „Liberation Day“-Zölle auf nahezu alle US-Handelspartner, denen eine panikartige Reaktion folgte, sorgte die Ankündigung der Pause am 9. April für eine Wirtschaftsentlastung. Der breite Markt erholte sich, nachdem die Trump-Administration im Mai eine vorläufige Einigung erzielte, um die hohen Zolltarife auf Waren aus China zurückzunehmen.
Dies hat in der Finanzwelt das scherzhafte Akronym „TACO“ – Trump Always Chickens Out – hervorgebracht. Fragen nach den Erwartungen für die kommende Frist beantwortete Bessent mit der Bekräftigung, dass die USA an Abkommen mit 18 wichtigen Handelspartnern arbeiten, bestehend aus der Bereitschaft, bei fortschreitenden Verhandlungen Spielraum für Verlängerungen einzuräumen.

