Hamburger Wirtschaft setzt auf Klimaneutralität bis 2040
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat betont, dass Klimaneutralität und wirtschaftlicher Erfolg nur durch eine enge Zusammenarbeit aller Akteure erreicht werden können. Bei der Präsentation des OECD-Gutachtens zur Klimaneutralität der Hamburger Wirtschaft bis 2040 am Freitag sagte sie, dass es maßgeblich darauf ankomme, gemeinsam voranzugehen. Die Politik müsse den Rahmen setzen, aber die Unternehmen seien diejenigen, die Innovation treiben und Arbeit schaffen.
Experten erwarten, dass 2024 ein entscheidendes Jahr sein wird. Geoökonomische Spannungen und extreme Wetterbedingungen aufgrund der Erderwärmung könnten zur Herausforderung werden. Deshalb sei es wichtig, dass die Europäerinnen und Europäer zusammenhalten wie nie zuvor, so von der Leyen. Zwei entscheidende Faktoren seien die Energieinfrastruktur mit niedrigeren Energiepreisen und die Künstliche Intelligenz.
Der russische Überfall auf die Ukraine und die daraus resultierende Energiekrise in Europa hätten den Ausbau erneuerbarer Energien massiv beschleunigt. Von der Leyen erklärte, dass in diesem Jahr erstmals mehr Energie aus Windkraft und Photovoltaik als aus Gas erzeugt werde. Ab 2030 plane Europa, jährlich zehn Millionen Tonnen sauberen Wasserstoff zu erzeugen und weitere zehn Millionen Tonnen zu importieren. Der Bau des Wasserstoffterminals im Hamburger Hafen sei ein Vorzeigeprojekt für Europa.
Handelskammerpräsident Norbert Aust betonte, dass die Hamburger Wirtschaft die Notwendigkeit der Transformation erkannt habe. Ein Bekenntnis alleine reiche jedoch nicht aus. Die Zusammenarbeit mit der OECD zeige, dass Klimaneutralität und Wettbewerbsfähigkeit sich gegenseitig bedingten. Es sei nun an der Zeit zu handeln und jeder Einzelne könne einen Beitrag leisten. Es gehe dabei um nicht weniger als den Planeten, die Menschen und ihre Lebensgrundlage.
Die Studie "Climate neutrality for the Hamburg economy by 2040" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bietet Empfehlungen zu wichtigen Fragen der Klimawende in Hamburg. Unternehmen erhalten Hinweise zur Formulierung des Klimaneutralitätsziels, zur Rolle von Unternehmensnetzwerken und zu Möglichkeiten einer effizienteren nicht-fossilen Energieversorgung. Auch der Hafen und der Industriesektor werden thematisiert.
Der stellvertretende OECD-Generalsekretär Yoshiki Takeuchi betonte die Bedeutung von Unternehmen für das Gelingen der Klimawende. Die Handelskammer Hamburg könne eine wichtige Rolle bei der Vernetzung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie in der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik spielen. Investitionen in den Hafen seien dabei entscheidend, um Engpässe in der Schieneninfrastruktur zu beseitigen. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betonte, dass Hamburg das Klima nicht alleine retten könne, aber zeigen könne, wie es geht. (eulerpool-AFX)

