Haltungskennzeichnung auf Fleisch: Ein Bürokratiemonster ohne Mehrwert?
Ein Vorhaben, das mehr Klarheit über die Herkunft unserer Fleischprodukte schaffen soll, stößt auf Widerstand: Das geplante Logo für die Haltungskennzeichnung auf Fleischwaren sorgt für Unruhe in der Branche. Gereon Schulze Althoff, Vorstandsmitglied im Verband der Fleischwirtschaft (VDF), hält eine fristgerechte Einführung Anfang August für utopisch und bezeichnet das Gesetz als 'Bürokratiemonster', das sich eher als Hindernis denn als Hilfe für Verbraucher erweist.
Der Widerstand scheint Wirkung zu zeigen. Bereits in der Agrarministerkonferenz wurde angeregt, die Einführung auf Anfang 2026 zu verschieben. Vor allem auf landwirtschaftlicher Ebene fordert die geplante Regelung ihren Tribut; so soll die Kennzeichnung zuerst für frisches Schweinefleisch gelten. Doch ohne eine solide Kontrolle bleibt das Vorhaben nach Meinung vieler Experten nur Wunschdenken.
Parallel dazu berichten Kenner wie Hubert Kelliger von einem stetigen Rückgang der Selbstversorgungsquote bei Fleisch, was Insider nicht zuletzt der Politik der Ampelregierung zuschreiben. Unsicherheit und steigende Betriebskosten haben dazu geführt, dass einige Landwirte das Handtuch warfen – und doch steigt die Nachfrage nach Fleisch wieder an. Eine Branche im Spannungsfeld zwischen Tradition und neuer bürokratischer Realität.

