„Gummi lebt – redet mit uns!“
Bettina Kremer spricht offen über die Branche, Produkte und den Vorteil kleiner Anbieter

28. Oktober 2025, 07:37 Uhr · Quelle: Pressebox
OVE Plasmatec bietet PFAS-freie Lacke für Elastomerdichtungen an, betont individuelle Lösungen. Die Geschäftsführerin erklärt, wie Fachkräftemangel den persönlichen Kontakt beeinflusst.

Weil im Schönbuch, 28.10.2025 (PresseBox) - Die Vielfalt PFAS-freier Lacke wächst rasant. Dabei wird gerne vergessen, dass manche Anbieter von Beschichtungen schon seit Jahren PFAS-freie Lacke einsetzen. Sie sind also keine Neuerscheinung. Wir haben mit OVE Plasmatec-Geschäfts­führerin Bettina Kremer gesprochen und viel über die Branche, die neuen Produkte und die Auswirkungen des Fachkräftemangels erfahren.

Frau Kremer, Sie sind nun seit rund eineinhalb Jahren Geschäftsführerin bei OVE Plasmatec. Wie ist das in einem Familienunternehmen, wenn man aus einer anderen Branche und anderen Strukturen kommt?

(Kremer) Zunächst einmal ist es einfach nur schön, zumal es auch die eigene Familie ist. Denn anstatt Hierarchien im Unternehmen aufzubauen, zu erklimmen und zu verteidigen, reden wir miteinander und sind Dienstleister für unsere Kunden. Zusammen mit meinem Cousin, Heiko Friedrich, sowie meinem Onkel, dem Firmengründer, Bernd Friedrich, führen wir unser Familienunternehmen entsprechend unserer Unternehmens-DNA: Wir sind für die Kunden da und unterstützen sie, ihre Herausforderungen bezüglich Dichtungen und Beschichtungen zu bewältigen. In meiner früheren Tätigkeit bei einem Automobilzulieferer und im Kontakt mit vielen OEMs blieb viel Effizienz unserer Arbeit in Konzernstrukturen, Befindlichkeiten und Rangeleien hängen. Das gibt es bei uns alles nicht.

Was machen Sie beziehungsweise was macht OVE Plasmatec genau?

OVE steht für Oberflächenveredelung von Elastomeren. Konkret be­deutet das für uns, dass wir überwiegend Elastomerdichtungen durch reinigen, behandeln und beschichten zu einem leistungsstarken Premiumprodukt entsprechend der Kundenanforderungen ertüchti­gen. Ich kümmere mich als verantwortliche Geschäftsführerin für den Vertrieb konkret um den direkten und persönlichen Kontakt zu unserem Kunden, der uns allen – und mir besonders –überaus wichtig ist.

Das schreiben sich doch bestimmt viele auf ihre Fahnen. Was zeichnet OVE aus?

Das mag schon sein, dass das viele behaupten. Wir leben diese Ein­stellung. Wir setzen auf große Kundennähe und persönlichen Kontakt, wollen mit unseren Kunden reden, anstatt Mails hin und her zu schicken. Darüber hinaus können wir unsere über 25-jährige Expertise und unser Know-how am besten einbringen, wenn die Kunden sich frühzeitig bei uns melden - möglichst noch in der Konstruktions- und Entwicklungsphase eines Produktes, für das sie eine leistungsfähige Dichtung benötigen. Dann sind wir in unserem Element und helfen gerne. Denn egal, ob es um eine einzige Dichtung geht oder um 100 Millionen und mehr: Wir finden die passende Beschichtung.

In Zeiten von immer mehr Standardisierung klingt das herausfordernd. Wie machen Sie das?

Zunächst einmal: individuell. Auf dem Weg zur besten Lösung bieten wir unseren Kunden unter anderem Tests an, in denen wir gemein­sam vor der Serienbeschichtung feststellen können, ob das gewünschte Ergebnis mit dem ausgewählten Lack überhaupt erreicht wird. Denn nicht immer lässt sich sofort sagen, welcher Lack für die Beschichtung des speziellen Anwendungsfalls der richtige ist. Hierfür haben wir seit 2024 ein eigenes Technikum. In verschiedenen Versuchsanordnungen begleiten unsere Experten einen Testprozess bis zur passenden Beschichtung.

Und schließlich können wir auch tief in unseren Wissenspool eintauchen und die beste Lösung finden. Denn eventuell gab es die Anforderung oder eine ähnliche bereits früher schon einmal. Und wenn wir es damals gelöst haben, dann können wir das auch heute. Denn, wir können alles, man muss uns nur lassen. Leider geben uns viele Unternehmen heute diese Möglichkeit gar nicht und nehmen lieber eine schnelle, vermeintlich billigere und von der Leistung und Performance schlechtere Lösung in Kauf. Da hat sich in den letzten Jahren – auch durch den Fachkräftemangel – Manches zum Unguten verändert.

Der Fachkräftemangel ist sicher ein großes Thema, das alle betrifft. Welche Auswirkungen stellen Sie fest?

Wir stellen fest, dass sich nach Corona die Praktiken auf der Suche nach einer passenden Beschichtung für eine Dichtung leider stark anonymisiert und standardisiert haben. So bekommen wir häufig eine unspezifische Mail-Anfrage nach einem Preis für die Beschichtung von Dichtungen der Größe X mit den Eigenschaften A, B und C – wenn wir Glück haben, ist sogar ein Absender dabei. Da wir immer auch konkret wissen wollen, was die Beschichtung alles leisten beziehungsweise aushalten muss, fragen wir gerne nach: Handelt es sich um eine statische oder eine dynamische Anwendung? Welche Einsatztemperaturen herrschen im Ort der Dichtung? Welche Reibwerte gilt es zu überwinden? Wird die Dichtung automatisch zugeführt und montiert? Sollen Steckkräfte reduziert werden? Sollte sich der Lack zur besseren Identifizierung und Unterscheidung einfär­ben lassen? Wird eine UV-Beständigkeit benötigt? und, und, und.

Wir kennen uns aus mit solchen Fragestellungen und den Eigen­schaften von Lacken. Schließlich feiern wir dieses Jahr unser 25-Jähri­ges. Da ist uns kaum eine Anforderung und Anwendung fremd. Mit dieser Expertise im Gepäck pflegen wir auch die Kontakte zu unseren Kunden, hören zu und geben hin und wieder Anwendungstipps, wie sich Prozesse erleichtern oder verbessern lassen. In solchen direkten Kontakten entscheidet sich meist, wie erfolgreich das Produkt später ist. Darin liegt eben auch der Vorteil eines kleinen familiengeführten Mittelständlers.

Oftmals bekommen wir jedoch bei Nachfragen entweder keinen kompetenten Ansprechpartner oder keine Antworten oder beides. Vor allem in Konzernen sind die Aufgaben so arbeitsteilig zergliedert, dass, sollten wir jemanden ans Telefon bekommen, nach der zweiten Frage die Antwort-Kompetenz des Gesprächspartners am Ende ist. Hier macht sich der Fachkräftemangel deutlich bemerkbar. Und die KI kann da auch nicht weiterhelfen. Manchmal bekommen wir noch Musterteile zugesandt, aber das macht es meist nicht besser, denn das entlarvt viele Unternehmen noch mehr.

Inwiefern? Können Sie ein Beispiel nennen?

Lassen Sie mich ganz offen sein: In der Corona-Zeit mit den zusammengebrochenen Lieferketten hieß es überall: „Wir müssen wieder mehr in Europa produzieren.“ Davon ist nichts mehr zu spüren. Der Kostendruck ist inzwischen scheinbar so groß, dass es nur noch um den Preis geht – manchmal um Nachkommastellen. Dann halten wir Dichtungen in den Händen, die aus mehr als fragwürdigen Werkstoffen ohne Dokumentation in Asien gefertigt wurden. Jenseits der Lieferkettenproblematik hat hier sicher niemals jemand die Arbeits-, Produktions- und Umweltbedingungen geschweige denn die verwendeten Werkstoffe und Lösungsmittel hinterfragt. Das scheint keine Rolle mehr zu spielen. Und ob das Produkt dann den gestellten Qualitätsanforderungen entspricht, ist doch sehr fraglich. So wollen wir nicht arbeiten.

Ich wiederhole mich gerne: Wir wünschen uns den persönlichen Kontakt mit Kunden auf Augenhöhe, um gemeinsam eine Herausfor­derung zu lösen. Dafür sind wir schnell und flexibel genug und haben unsere darauf angepassten Prozesse seit Jahren fest im Griff. Auf dem Weg zur optimal passenden Beschichtung nehmen wir als mit­denkender Partner unsere Kunden gerne an die Hand. Wir gehen mit den Produkten der Kunden achtsam um, geben frühzeitig Hinweise über den Stand der Tests und sprechen die Dinge auch an, wenn es einmal nicht optimal passen sollte.

Das Top-Thema der letzten Jahre ist PFAS-freier Lack. Wie erleben Sie die aktuelle Situation?

Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Anbieter inzwischen tatsächlich PFAS-freie Lacke anbieten. Und ebenso ist die Zahl der Dienstleister gewachsen, die eine Beschichtung mit PFAS-freien Lacken anbieten. Vor allem aus Italien drängen viele Anbieter auf den deutschen Markt. Und viele versprechen universelle Eigenschaften. Auch da ist es ratsam, nachzufragen. Denn trotz aller Vielfalt, die es inzwischen bei PFAS-freien Lacken gibt, sollte dennoch jeder Einsatzbereich und Anwendungsfall ganz konkret geprüft und ein möglicher Lack getestet werden. Denn auch hier gilt: Gummi macht nicht immer, was es soll, Gummi lebt. Es ist also schwer vorstellbar, dass es einen Lack gibt, der alles abdeckt.

Wie handhaben Sie das bei OVE?

Wir setzen für Beschichtungen vorwiegend Lacke von großen und namhaften Herstellern ein. Das gibt unseren Kunden eine hohe und andauernde Liefersicherheit. Je nach Anwendungsfall sind die Lacke auch frei konfigurierbar. Für viele Kunden ist das aufgrund ihrer Zwei-Lieferanten-Strategie ein wichtiger Aspekt. Aktuell können wir sieben PFAS-freie Lacke einsetzen. Alle zeichnen sich durch besondere Einsatzzwecke aus und lassen sich flexibel konfektionieren.

Was schätzen Ihre Kunden daran am meisten?

Der absolute Renner sind unsere Farben. Wir können die neuen PFAS-freien Lacke in vielen verschiedenen Farbtönen einfärben. Die Vorteile sind oft entscheidend. So lassen sich farbige Dichtungen schnell und sicher identifizieren, von anderen Dichtungen mit ähnlichen Abmes­sungen sicher unterscheiden. Und sie sind auch für kamerabasierte Zuführungssysteme eindeutig und fehlerfrei erkennbar. Da freut sich die Qualitätsprüfung.

Das waren sehr interessante Einblicke, Frau Kremer, vielen Dank für Ihre Offenheit.

Ich danke Ihnen.

Produktionstechnik / PFAS-freie Lacke / Oberflächenveredelung / Elastomerdichtungen / Fachkräftemangel
[pressebox.de] · 28.10.2025 · 07:37 Uhr
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