Grünes Licht für Bau einer Batteriefabrik in Schleswig-Holstein
Das schwedische Unternehmen Northvolt plant den Bau einer Batteriefabrik für Elektroautos in Heide, Schleswig-Holstein. Mit dem 'grünsten Stromnetz Deutschlands' möchte das Unternehmen die nachhaltigsten Batteriezellen der Welt produzieren. Durch einen Durchführungsvertrag im Rahmen der Bauleitplanung der Gemeinden Lohe-Rickelshof und Norderwöhrden kommt der Bau nun einen Schritt näher. Die Gemeinden werden voraussichtlich nächste Woche über die Bauleitplanung entscheiden, bevor die Baugenehmigung erteilt werden kann.
Die Europäische Kommission hat letzte Woche Fördermittel und Garantien von insgesamt 902 Millionen Euro für den Bau der Fabrik genehmigt. Diese Entscheidung könnte eine Sogwirkung entlang der Achse Heide-Hamburg auslösen und weitere Unternehmen, insbesondere Zulieferer, anziehen.
Northvolt plant, ab 2026 Batteriezellen für Elektroautos in der Fabrik herzustellen. Die Investitionskosten für das Projekt belaufen sich auf 4,5 Milliarden Euro und sollen 3000 Arbeitsplätze schaffen. Das Unternehmen hat bereits rund 100 Millionen Euro in das Bauvorhaben investiert. Parallel dazu ist ein Recycling-Anlage für Altbatterien von Elektroautos geplant.
Das Projekt wird vom Bund und Land mit insgesamt 700 Millionen Euro gefördert. Darüber hinaus gibt es Garantien in Höhe von weiteren 202 Millionen Euro. Die Fördermittel werden über mehrere Jahre verteilt, wobei etwa 564 Millionen Euro vom Bund und bis zu 137 Millionen Euro vom Land bereitgestellt werden.
Die geplante Batteriefabrik hat weitreichende Bedeutung über den Norden hinaus. Die deutsche Autoindustrie strebt eine größere Unabhängigkeit von bisherigen Zulieferern aus Asien an. Unternehmen wie LG, Samsung und CATL haben einen großen Marktanteil in der Batterieindustrie. Daher gibt es EU-weite Initiativen, eine eigenständige europäische Zelltechnologie aufzubauen. (eulerpool-AFX)

