Großstreik in NRW: Landesverwaltung, Kliniken und Schulen betroffen

Ein breiter Warnstreik legt weite Teile der nordrhein-westfälischen Infrastruktur lahm, zu dem mehrere Gewerkschaften aufgerufen haben. Angestellte in Schulen, an den Universitätskliniken und Landesverwaltungen setzen ein deutliches Zeichen, um im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes weiteren Druck auszuüben. Infolge der Streiks werden fünf wichtige Tunnel vorübergehend für den Verkehr gesperrt, da sich Mitarbeiter der Betriebsleitstellen ebenfalls den Aktionen anschließen. Besonders betroffen sind die sechs großen Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf, Essen und Münster.
Bereits zu Wochenbeginn kam es in einigen Städten wie Aachen, Köln und Essen zu ersten Arbeitsniederlegungen. Nun wird der Streiktag genutzt, um dem am Mittwoch in Potsdam startenden, dritten Verhandlungsrunde einen Nachdruck zu verleihen. Bei einer Kundgebung vor dem Düsseldorfer Landtag werden auch Verdi-Chef Frank Werneke und dbb-Vorsitzender Volker Geyer sprechen. Die Gewerkschaften fordern eine Gehaltssteigerung von sieben Prozent oder mindestens 300 Euro mehr monatlich für Tarifbeschäftigte in Landesdiensten.
Verdi und der Beamtenbund rechnen mit einer großen Beteiligung an der Demonstration, bei der nicht nur tarifbeschäftigte Angestellte, sondern auch Beamte erwartet werden, die ihr Recht auf Arbeitsniederlegung durch freie Tage oder Schichtwechsel ersetzen. Auch im Tarifkonflikt bei der Arbeiterwohlfahrt NRW steht heute eine neue Verhandlungsrunde an, nachdem Warnstreiks in Kindertageseinrichtungen und betreuten Ganztagsschulen stattgefunden hatten. Verdi fordert hier eine Erhöhung um 500 Euro brutto monatlich für alle Beschäftigten, was von den Arbeitgebern als überzogen abgelehnt wird.

