GriffinLink: Neuer Anlauf für innovative Energie-Infrastruktur in der Nordsee
Die Energiebranche steht vor einem spannenden Umbruch: Mehrere Netzbetreiber planen ambitionierte Projekte zur Errichtung neuartiger Strominfrastruktur in der Nordsee. So haben Tennet Deutschland und das britische Unternehmen National Grid die Weichen für eine direkte Stromverbindung zwischen Deutschland und Großbritannien gestellt, die zudem Offshore-Windparks integrieren soll.
Im Rahmen des Nordsee-Gipfels in Hamburg unterzeichneten die beiden Unternehmen eine Absichtserklärung für den sogenannten hybriden Interkonnektor „GriffinLink“. Diese innovative Leitung wird es ermöglichen, den Strom direkt von britischen Windparks in das deutsche Netz zu leiten. Die Fertigstellung der Gleichstromverbindung ist für Ende der 2030er Jahre geplant, wobei Kostenangaben bislang noch offen sind.
Ein Interkonnektor ist eine Stromleitung, die Landesnetze verbindet, während der Hybridansatz zusätzlich die Integration von Offshore-Windparks umfasst. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium ermöglicht diese Technologie, die Energie dorthin zu lenken, wo sie am dringendsten benötigt wird, und gleichzeitig den regulären Energieaustausch zwischen den Ländern sicherzustellen.
Die Relevanz solcher Projekte wird auch durch den deutschen Koalitionsvertrag unterstrichen, der die Realisierung eines ersten hybriden Offshore-Netzanschlusses vorsieht. Aber Tennet und National Grid stehen nicht allein: Auch Amprion und der dänische Energinet betreiben intensive Vorbereitungen für einen eigenen hybriden Interkonnektor, der dänische Windparks mit den Netzen in Deutschland und Dänemark verknüpfen soll.

