Grasberg-Minenunfall schürt Ängste und Kursschwankungen auf dem Kupfermarkt
Der Kupfermarkt erlebt derzeit eine Erholungsphase, nachdem er durch einen tragischen Unfall in der Grasberg-Mine aufgewühlt wurde. Am vergangenen Donnerstag erklärte der US-Bergbaukonzern Freeport-McMoRan Force Majeure für seine Kupferlieferverträge aus der indonesischen Mine, nachdem ein tödlicher Erdrutsch die Produktion zum Erliegen brachte.
Im europäischen Mittagshandel verzeichneten Kupfer-Futures an der London Metal Exchange einen Anstieg um 1,1% auf 10.432,50 US-Dollar pro Tonne. Die Aktien der Kupferproduzenten Anglo-American und Glencore legten um 2% bzw. 1,8% zu, während die in London notierten Aktien von Rio Tinto einen Anstieg um 2,9% erlebten.
Experten von ING warnen, dass eine längere Unterbrechung der Grasberg-Mine den Kupferpreis weiter in die Höhe treiben könnte, insbesondere in einem Marktumfeld, das bereits durch ein knappes Angebot geprägt ist. Grasberg zählt zu den bedeutendsten Kupferminen der Welt und liefert etwa 3% der globalen Produktion.
Zusätzlich wurden durch den Vorfall neue Bedenken hinsichtlich der globalen Kupferversorgung laut, zumal dieser Unfall in der Folge eines tödlichen Tunnelschadens in Chiles El Teniente Mine von Codelco sowie seismischen Störungen in der Kongolesischen Kakula-Mine von Ivanhoe Mines auftrat. Laut ANZ-Analysten zeigt dieses Ereignis erneut die Anfälligkeit des Kupfermarkts für Versorgungsengpässe auf.
Die unvorhergesehenen Produktionsausfälle im Kupfersektor sind von knapp unter 5% im Jahr 2014 auf 5,7% im Jahr 2024 gestiegen und könnten heuer die 6%-Marke überschreiten. Seit dem 8. September steht der Betrieb in der Grasberg-Mine still.
Von den verschütteten Arbeitern konnten zwei nur noch tot geborgen werden, während fünf weitere noch vermisst werden. Angesichts dessen warnte Freeport vor signifikanten Produktionsverzögerungen bis ins Jahr 2026.
Ein vollständiger Betrieb wird voraussichtlich erst 2027 wieder möglich sein. Infolge dieser Entwicklungen erlitt die Freeport-Aktie am Mittwoch einen drastischen Kursrückgang von fast 17%, den stärksten seit dem 18. März 2020.
Goldman Sachs hat seine Prognosen angepasst und erwartet nun für das Jahr 2026 eine kumulierte Versorgungseinbuße von 525.000 Tonnen. Diese Anpassungen verschoben die Marktprognose der US-Bank für 2025 von einem kleinen Überschuss von 105.000 Tonnen zu einem Defizit von 55.000 Tonnen.

