Investmentweek

Google zahlt Millionen an Italien – Ende eines jahrelangen Steuerstreits?

21. Februar 2025, 21:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Italien kassiert 326 Millionen Euro von Google – doch das eigentliche Problem bleibt bestehen.

Ein jahrelanger Steuerstreit zwischen Italien und dem US-Techgiganten Google ist mit einer außergerichtlichen Einigung beendet worden. Doch während der Konzern eine Millionenstrafe zahlt, bleibt eine größere Frage offen: Ist die Steueroptimierung großer Digitalkonzerne durch solche Deals wirklich gestoppt?

Italien knickt ein – oder ist es ein cleverer Coup?

Die 326 Millionen Euro, die Google nun an Italien überwiesen hat, klingen nach einem empfindlichen Rückschlag für den Konzern. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Es ist eine vergleichsweise geringe Summe für ein Unternehmen, das in den betroffenen Jahren weltweit Hunderte Milliarden Umsatz gemacht hat. Der Streitpunkt: Google soll durch seine irische Tochterfirma Steuerverpflichtungen in Italien umgangen haben.

Quelle: Eulerpool

Die Methode ist bekannt: Unternehmen mit großen digitalen Einnahmen lassen ihre Gewinne in Länder mit niedrigeren Steuersätzen fließen – Irland ist dabei ein beliebtes Ziel.

Italien, das sich schon länger als Vorreiter im Kampf gegen Steuervermeidung sieht, ging gegen diese Praxis vor. Mit Erfolg? Zumindest in diesem Fall hat der US-Konzern die Zahlung akzeptiert.

Ein wiederkehrendes Muster – oder eine echte Veränderung?

Google ist nicht der erste Technologieriese, der in Italien mit Steuerproblemen konfrontiert war. Schon 2017 musste der Konzern 306 Millionen Euro zahlen. Apple einigte sich 2015 auf eine Zahlung von 318 Millionen Euro, und Amazon sowie Facebook standen ebenfalls im Visier der Behörden.

Doch während diese Summen auf den ersten Blick hoch erscheinen, bleibt fraglich, ob sie tatsächlich eine nachhaltige Änderung der Steuerstrategie bewirken.

Google zahlt 326 Millionen Euro an Italien und beendet damit einen jahrelangen Steuerstreit. Doch Kritiker sehen darin keinen echten Sieg für den Fiskus – sondern eher eine kostengünstige Schadensbegrenzung für den Tech-Riesen.

Steuerexperten kritisieren, dass solche außergerichtlichen Einigungen die Konzerne eher ermutigen, riskante Steuerstrategien weiterzuführen, da sich im schlimmsten Fall ein späterer Vergleich für sie immer noch lohnt. Der Grund: Eine vollständige gerichtliche Auseinandersetzung könnte nicht nur höhere Strafen, sondern auch Imageverluste bedeuten – und das will Google um jeden Preis vermeiden.

EU-Digitalsteuer als Lösung?

Der Fall Google zeigt erneut, wie dringend eine einheitliche europäische Lösung für die Besteuerung digitaler Konzerne benötigt wird. Während Länder wie Italien Einzelmaßnahmen ergreifen, fehlt es an einem durchsetzbaren, EU-weiten Rahmen. Die von der EU-Kommission geplante Digitalsteuer scheiterte bislang an Blockaden von Ländern wie Irland, die von den Steuertricks der Konzerne profitieren.

Ein Hoffnungsschimmer könnte die Mindestbesteuerung von 15 Prozent sein, die im Rahmen der OECD-G20-Initiative beschlossen wurde. Doch ob dies die aggressive Steuervermeidungspraxis tatsächlich eindämmen kann, bleibt abzuwarten.

Die Alphabet-Aktie bleibt unbeeindruckt

An der Börse reagierten Anleger gelassen auf die Einigung: Die Alphabet-Aktie legte an der NASDAQ um 0,43 Prozent zu. Das zeigt, dass der Markt die Steuerzahlung eher als kalkulierbares Risiko ansieht – und nicht als langfristiges Problem für den Tech-Riesen.

Ob Italien sich mit dieser Einigung einen kurzfristigen Vorteil gesichert hat oder ob es sich um einen Pyrrhussieg handelt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Solange keine grundlegenden Reformen stattfinden, wird sich das Muster wiederholen. Google und Co. werden weiterhin Milliarden erwirtschaften – und die Frage, wo sie diese versteuern, bleibt ein globales Problem.

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 21.02.2025 · 21:00 Uhr
[0 Kommentare]
Das 2-Billionen-Beben: Elon Musks radikaler Plan zur Weltherrschaft
Das Imperium schlägt mit einer beispiellosen Bewertung zurück Die Zahlen, die derzeit durch die Flure der großen Investmentbanken sickern, klingen nach Science-Fiction, sind aber harter finanzieller Kalkül. Elon Musk will SpaceX nicht einfach nur an die Börse bringen; er will den Kapitalmarkt unterwerfen. Mit einer Bewertung von über zwei Billionen […] (00)
vor 45 Minuten
Zwei kleine Kinder laufen auf einem Feldweg (Archiv)
Wiesbaden - In Deutschland haben zwischen der Geburt des ersten und des zweiten Geschwisterkindes derselben Mutter im Jahr 2024 im Mittel 3,1 Jahre (Median) gelegen. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, ist der Altersabstand damit etwas geringer als zehn Jahre zuvor ausgefallen: 2014 lag er bei 3,3 Jahren. Gibt es weitere […] (00)
vor 7 Minuten
Quantenphysik schlägt künstliche Intelligenz — mit nur neun Atomen
Wer mehr Rechenleistung braucht, baut größere Systeme — so lautet die Grundannahme, auf der ein großer Teil der modernen Computerentwicklung beruht. Mehr Schichten, mehr Verbindungen, mehr Energie. Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im renommierten Fachjournal Physical Review Letters, stellt diese Logik grundsätzlich infrage. Ein Forschungsteam hat […] (01)
vor 16 Stunden
iPhone ausschalten
Berlin (dpa/tmn) - Trotz jahrelanger Nutzung dürfte es den meisten iPhone-Besitzern wohl nur äußerst selten passiert sein. Aber wenn sich das iPhone doch mal aufhängt und so gar nicht mehr reagiert, dann wissen viele User gar nicht weiter. Dabei ist die Lösung zum Glück oft recht einfach. Ein erzwungener Neustart. Und der geht so: Die Seitentaste […] (00)
vor 8 Stunden
Good Luck – Coop Survival in der Großstadt
Am 8. April erscheint „Good Luck“, ein physikbasiertes Urban-Survival-Spiel, für den PC. In diesem verrückten Plattformspiel ist es dein Ziel, zu einem Treffen zu gelangen, doch die Stadt ist an jeder Ecke voller absurder Fallen und ungewöhnlicher Gefahren. „Good Luck“ bietet einen Einzelspieler-Modus sowie einen Online-Koop-Modus für bis zu 5 Spieler. […] (00)
vor 2 Stunden
«Terra X History»: Attentate, die Deutschland veränderten
Die ZDF-Doku beleuchtet historische Wendepunkte und stellt die Frage nach verpassten Alternativen. Am späten Sonntagabend, 3. Mai 2026, um 23.45 Uhr, widmet sich Terra X History einem düsteren Kapitel der Geschichte: „Die großen Attentate der deutschen Geschichte“. Die Dokumentation zeigt, wie einzelne Taten den Lauf der Geschichte prägen – oder hätten verändern können. Im Zentrum stehen […] (00)
vor 1 Stunde
Alexander Zverev
Monte-Carlo (dpa) - Auf dem Motorroller düste Alexander Zverev zum Mini-Tennis-Showmatch gegen Angstgegner Jannik Sinner am Hafen von Monte-Carlo. Zverev lebt genau wie der Italiener in Monaco, er genießt hier die kurzen Wege, das malerische Ambiente und das schöne Wetter. Doch das Heimturnier ist für den deutschen Tennisstar noch aus einem anderen […] (01)
vor 48 Minuten
Holzfassaden: Heimische Hölzer punkten im Fassadenbau
Bopfingen, 07.04.2026 (PresseBox) - Ob Weißtanne in edlem Tiefschwarz, Fichte in fröhlich bunten Farbtönen oder Douglasie in trendigem Grau: Je nach Gebäudetyp und Umgebung lassen sich mit Holzfassaden immer wieder neue Akzente setzen. Wachsende Nachfrage verzeichnen aktuell Holzfassaden aus heimischen Hölzern. Sie sind nachhaltig durch kurze […] (00)
vor 1 Stunde
 
Veränderung der Anlegerstimmung Vermögenswerte in Schwellenländern profitieren von […] (00)
bitcoin, crypto, finance, coins, money, currency, cryptocurrency, blockchain, investment, closeup
Der XRP-Kurs hat nach einem Anstieg in Richtung der $1,3550-Marke eine Korrektur nach […] (00)
Commerzbank steigert Gewinne: Wie die deutsche Großbank den Markt überrascht
Commerzbank überrascht mit starken Quartalsergebnissen Die Commerzbank hat in ihrem […] (00)
Junge Leute mit Smartphones (Archiv)
Berlin - Der langjährige "Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert spricht sich für eine […] (09)
John Lithgow
(BANG) - John Lithgow ist der Meinung, dass die Ansichten von J. K. Rowling zu Trans- […] (03)
Netflix zeigt Film «Son-In-Law» ab Mai
Der Streamingdienst bringt Anfang Mai eine satirische Geschichte über Macht, Korruption und […] (00)
Wirtschaftsabkommen mit USA: Deutschland rechnet mit massiven Zusatzzöllen
Sorge vor massiven Zusatzzöllen auf deutsche Exporte Die deutsche Wirtschaft schaut […] (00)
Review: Reolink TrackFlex Floodlight WiFi – Der Alleskönner für Großraumüberwachung
Ich bin ehrlich: Sicherheitskameras gehören nicht unbedingt zu meinem Kernthema. Ich […] (00)
 
 
Suchbegriff