Goldpreis auf Rekordkurs: Anleger fiebern Zinssenkung entgegen
Die rasante Aufwärtsbewegung des Goldpreises setzt sich unaufhaltsam fort. Zum dritten Mal in Folge erzielte das Edelmetall neue Höchststände. Am Mittwoch wurde eine Feinunze Gold an der Londoner Börse für beeindruckende 4.218 US-Dollar gehandelt, was einen historischen Höchststand markiert. Auch in Euro legte der Goldpreis zu und erreichte sagenhafte 3.624 Euro. Seit September beflügelt die Spekulation auf die geplante Zinssenkung der US-Notenbank den Goldwert.
Die jüngsten Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell nährten die Hoffnungen der Investoren weiter. Er machte klar, dass eine Zinssenkung aufgrund der zunehmenden Unsicherheiten am Arbeitsmarkt sehr wahrscheinlich sei. Da Gold keine Zinsen abwirft, gewinnen goldene Anlageformen bei sinkenden Zinsen in den USA an Attraktivität.
Ebenso sorgte die Eskalation im Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China für eine hohe Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen. Peking zeigte sich entschlossen, den Konflikt bis zur Klärung auszufechten. Diese geopolitischen Spannungen unterstützen den Goldkurs weiter.
Besonders beeindruckend ist Golds Performance seit Beginn des Jahres mit einem Wertzuwachs von rund 60 Prozent. Silber steht dem kaum nach und konnte seit Jahresanfang um etwa 80 Prozent zulegen, lag jedoch am Mittwoch knapp unter dem kürzlich aufgestellten Rekordhoch.
Analysten wie Peter Kinsella von Union Bancaire Privée sehen wenige kurzfristige Risiken, die den Anstieg der Edelmetallpreise stoppen könnten. Unter anderem spielt der andauernde Haushaltsstreit in den USA eine Rolle. Eine Vielzahl an Investoren scheint nur auf eine Gelegenheit zu warten, günstig in den Markt einzusteigen, so Timo Emden von Emden Research. Die Angst, den Boom zu verpassen, bleibt allgegenwärtig.

