Goldpreis auf Rekordhoch: Flucht in sichere Anlagen befeuert Nachfrage
Die weltweite Goldnachfrage hat im vergangenen Jahr ein historisches Rekordniveau erreicht. Laut dem Branchenverband World Gold Council (WGC) betrug der Bedarf 5.002 Tonnen - ein Höchststand, der auf die zunehmenden Unsicherheiten in der Weltwirtschaft und die daraus resultierende Flucht in sichere Häfen zurückzuführen ist. Diese Entwicklungen führten zu Investitionen in Höhe von beeindruckenden 555 Milliarden US-Dollar, was etwa 463 Milliarden Euro entspricht.
Vor allem Wertpapiere, die mit physischem Gold abgesichert sind, stießen auf großes Interesse. Anleger weltweit suchten Schutz vor Turbulenzen und setzten auf Gold-ETFs, wodurch sich die Bestände im Jahresverlauf um 801 Tonnen erhöhten. Auch die Nachfrage nach physischem Gold in Form von Barren und Münzen nahm signifikant zu und erreichte weltweit 1.374 Tonnen, was einem Investment von rund 154 Milliarden Dollar entspricht. China und Indien trugen maßgeblich zu diesem Anstieg bei und waren für mehr als die Hälfte des Nachfragewachstums in dieser Sparte verantwortlich.
Eine entscheidende Rolle spielten zudem die Zentralbanken, die ihre Goldreserven ausbauen, um sich anhaltender Abhängigkeiten vom US-Dollar zu entziehen. Der World Gold Council schätzt, dass die Zentralbanken ihre Bestände um 863 Tonnen erhöht haben. Gleichzeitig führte der hohe Goldpreis zu einem Rückgang der Nachfrage nach Goldschmuck.
Am Markt zeigte sich die Dynamik beim Goldpreis ebenfalls: Eine Feinunze Gold erreichte an der Metallbörse in London einen neuen Höchststand von 5.595 Dollar – ein Plus von etwa drei Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis bereits um rund 30 Prozent gestiegen, nachdem er im Jahr zuvor um 65 Prozent zulegte.

