Goldman Sachs steigt bei T Rowe Price ein und öffnet Privatanlegern Zugang zu Private Markets
Goldman Sachs will bis zu 1 Mrd. US-Dollar in den US-Vermögensverwalter T Rowe Price investieren und damit einen der größten Aktionäre des Unternehmens stellen. Das Geschäft zielt darauf ab, private Investments wie Buyout-Fonds oder Private Credit künftig auch für Privatanleger und Vermögenskunden zugänglich zu machen.
Goldman kündigte an, T Rowe Price-Aktien am Markt zu erwerben und bis zu 3,5 Prozent zu halten. Die Partnerschaft umfasst Zieldatumsfonds und Modellportfolios, die öffentliche und private Anlagen mischen und über Finanzberater vertrieben werden sollen. Für die Wall-Street-Bank eröffnet sich damit ein Zugang zu Millionen von Kleinanlegern und 401k-Rentenkonten.
Die Branche erlebt derzeit einen Strategiewechsel: Private-Equity- und Kreditfonds, bislang institutionellen Investoren wie Pensionsfonds und Staatsfonds vorbehalten, werden zunehmend für breitere Anlegergruppen geöffnet. Wettbewerber wie Vanguard, Capital Group und BlackRock haben ähnliche Allianzen mit Private-Equity-Häusern geschmiedet, um Marktanteile zu sichern.
Für T Rowe Price ist der Schulterschluss mit Goldman auch eine Antwort auf schwache Jahre. Das Unternehmen litt unter Mittelabflüssen, da Anleger von aktiv gemanagten Fonds in kostengünstige ETFs und Anleihefonds wechselten. In den vergangenen fünf Jahren fiel die Aktie um mehr als 20 Prozent, bereinigt um Dividenden.
Rob Sharps, Chief Executive von T Rowe Price, sprach von einem Schritt, um Kunden den Zugang zu privatem Kapital zu eröffnen. Goldman-Chef David Solomon betonte die „jahrzehntelange Erfahrung“ seiner Bank im Bereich Private Markets. Rückenwind erhält die Branche von politischer Seite: Präsident Donald Trump hatte zuletzt eine Anordnung unterzeichnet, die den Einsatz privater Fonds in 401k-Plänen erleichtern soll.
Die Börse reagierte positiv: T Rowe Price legte am Donnerstag um 5,8 Prozent zu, Goldman Sachs stieg um 2,5 Prozent.


