Goldman Sachs-CEO Solomon erwägt Veränderungen bei Berichterstattungszyklen
David Solomon, der CEO von Goldman Sachs, zeigte sich bei einem Event der Georgetown University's Psaros Center for Financial Markets and Policy unschlüssig über die künftige Frequenz von Geschäftsberichten US-amerikanischer börsennotierter Unternehmen, einschließlich seines eigenen. Solomon gestand ein, sich bisher nicht auf eine feste Position festgelegt zu haben. "Es ist keine klare Angelegenheit", bemerkte er und fügte hinzu, dass ihm erst kürzlich bewusst wurde, dass diese Thematik auf seiner Agenda stehen könnte.
Präsident Trump hatte kürzlich vorgeschlagen, dass Unternehmen ihre Finanzberichte alle sechs Monate melden sollten, statt wie bisher vierteljährlich. Dieser Vorschlag traf bislang auf ein verhaltenes Echo bei den CEOs der großen Banken. Derzeitige Regeln verlangen von börsennotierten Unternehmen eine vierteljährliche Berichterstattung, wobei Prognosen auf freiwilliger Basis erstellt werden können. Änderungen dieser Praxis könnten durch eine Mehrheit bei der US Securities and Exchange Commission beschlossen werden, wo derzeit Republikaner die Mehrheit stellen.
In der Diskussion erklärte Solomon, dass ein längerer Berichterstattungszyklus Unternehmen die Möglichkeit gebe, sich intensiver auf langfristige Investitionsstrategien zu konzentrieren. Gegenargumente seien jedoch, dass damit die Transparenz für Investoren verringert werde.
Im Gegensatz dazu hat der CEO von JPMorgan Chase, Jamie Dimon, bereits 2018 die Kurzfristigkeit vierteljährlicher Ergebnisveröffentlichungen als schädlich für die Wirtschaft kritisiert, was er in einem gemeinsam mit Warren Buffett verfassten Zeitungsartikel ausführte. Auf persönlicher Ebene äußerte Solomon eine klare Präferenz: "Ich würde lieber nur zwei statt vier Ergebnispräsentationen jährlich durchführen."

