Gold auf Rekordhoch: Sicherer Hafen in stürmischen Zeiten
Die Anlegerinnen und Anleger haben ihr Interesse zuletzt verstärkt auf Edelmetall-Produkte gelenkt, wobei Gold als vermeintlich sicherer Hafen heraussticht. Anfang April erreichte der Goldpreis ein neues Rekordhoch von 3.170 Dollar je Feinunze, ein Anstieg von beeindruckenden 18 Prozent seit Jahresbeginn. Mobeen Tahir von WisdomTree betont, dass die Nachfrage nach Gold durch globale Unsicherheiten und wirtschaftliche Risiken verstärkt wird.
Inmitten eskalierender Handelskonflikte, geopolitischer Spannungen und eines schwächelnden US-Dollars zeigt sich Gold als begehrte Absicherung. Die chinesische Anlagepolitik und kontinuierliche Käufe der Zentralbank untermauern die Nachfrage zusätzlich. Auch die sinkenden Renditen von US-Staatsanleihen unterstützen diesen Trend, indem sie den Goldpreis in die Höhe treiben.
Der starke Quartalsanstieg erinnert an vergangene Jahrzehnte. Thu Lan Nguyen von der Commerzbank hebt hervor, dass diese Entwicklung dem stärksten Anstieg seit 1986 entspricht. Das Zögern der US-Notenbank bei Zinssenkungen, trotz inflationstreibender Zölle, lässt jedoch Raum für mögliche Rückschläge, warnt sie. Robert Rethfeld von Wellenreiter Invest mahnt zur Vorsicht bei der Betrachtung der Kurslücke im Aufwärtstrend.
Außergewöhnlich hohe Nettozuflüsse in Edelmetall-ETCs sind ein weiterer Faktor für die Goldhausse. Mit einem Anstieg von 12,7 Milliarden Dollar im letzten Monat sind die Kapitalflüsse besonders stark, berichtet Tahir. Xetra-Gold steigert seinen Goldbestand merklich. An der Börse sind insbesondere hoch gehebelte Produkte auf Gold stark gefragt, wobei sowohl auf steigende als auch fallende Kurse gesetzt wurde.

