Globaler Umbruch: Automobilzulieferer bereiten sich auf Trumps Zollpläne vor
Die internationalen Automobilzulieferer stehen vor der Herausforderung, ihre Produktionsstandorte näher an die Vereinigten Staaten zu verlagern, um sich gegen die angekündigten Zollmaßnahmen des designierten US-Präsidenten Donald Trump zu wappnen. Diese strategischen Erwägungen wurden kürzlich auf der CES-Technologie-Konferenz in Las Vegas von Branchenvertretern thematisiert.
Die Automobilindustrie hat bereits acht Jahre US-amerikanische Protektionismus-Politik erlebt, begonnen mit den tatsächlichen und angedrohten Zöllen unter Trumps erster Amtszeit, gefolgt von weiteren Zöllen und dem Inflationsbekämpfungsgesetz unter Präsident Joe Biden. Diese Maßnahmen zielten weitgehend auf China ab, insbesondere auf den Vorschlag der Biden-Administration, chinesische Technologie aus US-Fahrzeugen auszuschließen.
Trump plant nun, diese Strategie erheblich zu verschärfen, indem er einen pauschalen Zoll von 10% auf weltweite Importe in die USA erheben will. Insbesondere für chinesische Waren solle dieser sogar auf 60% steigen. Ende November kündigte er außerdem einen 25%-igen Zoll auf Importe aus Kanada und Mexiko an.
Angesichts solch hoher Zölle könnten viele in kostengünstigeren Märkten produzierte Autoteile unrentabel werden, und im Fall Chinas würde der Verkauf in den USA nahezu unmöglich. Paul Thomas, nordamerikanischer Präsident von Bosch, erklärte in einem Gespräch, dass das Unternehmen bereits mit der Prüfung verschiedener Szenarien begonnen hat.
Bevor jedoch erhebliche Entscheidungen getroffen werden, will Bosch den tatsächlichen Amtsantritt Trumps abwarten. Solche Überlegungen seien auch bei anderen Zulieferern und Automobilherstellern spürbar. Trumps Strategie, spezifische Länder oder Automobilhersteller mit Zöllen unter Druck zu setzen, Produzenten zur Verstärkung der US-Produktion zu bewegen, ist nicht neu. Toyota war im Jahr 2017 betroffen, als Trump das Unternehmen drängte, ein Werk in den USA statt in Mexiko zu bauen. Dies führte schließlich zur Errichtung eines Werks in Alabama in Partnerschaft mit Mazda.

