Glencore kündigt milliardenschweres Sparprogramm an und hebt Börsenstimmung
Der anglo-schweizerische Rohstoffgigant Glencore hat angesichts fallender Rohstoffpreise und des anhaltenden Handelsstreits, der von den USA initiiert wurde, ein umfassendes Sparprogramm vorgestellt. Das Unternehmen teilte mit, dass es beabsichtigt, bis Ende 2026 die Kosten um eine Milliarde US-Dollar zu reduzieren. An der Börse reagierten die Investoren positiv: Die Glencore-Aktie gehörte im Stoxx 50 zu den großen Gewinnern und legte am Nachmittag um rund eineinhalb Prozent zu.
CEO Gary Nagle erklärte, dass bereits mehrere Geschäftsfelder unter die Lupe genommen worden seien, um Effizienzpotenziale zu identifizieren. Im Fokus stehen dabei vor allem die Straffung der Betriebsstruktur sowie Verbesserungen im Management und der Berichtserstattung einzelner Unternehmensbereiche. Konkretisierungen dieser Maßnahmen sollen bei der bevorstehenden Präsentation der Halbjahreszahlen folgen.
Der weltweit operierende Bergbau- und Rohstoffhandelskonzern kämpft besonders im Kohlegeschäft mit rückläufigen Preisen. Auch der Markt für Kobalt, ein für die Batterieproduktion essenzieller Rohstoff, zeigt Schwächen. Hinzu kommen Herausforderungen im Raffineriebereich durch niedrigere Metallverarbeitungsgebühren.
Trotz dieser Hürden rechnet Glencore langfristig mit einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebit) im Handelssegment von 2,3 bis 3,5 Milliarden US-Dollar. Diese Prognose wird zusätzlich durch den kürzlich abgeschlossenen Zusammenschluss von Viterra mit dem US-amerikanischen Konkurrenten Bunge gestützt. Glencore hält an Viterra knapp 50 Prozent der Anteile, und die Fusion war bereits vor zwei Jahren angekündigt worden.

