Gewinnenttäuschungen bei SAP, Tesla und Netflix belasten den Markt
Am Donnerstag setzte der deutsche Aktienmarkt seinen Abwärtstrend fort, verstärkt durch eine weniger überzeugende Quartalsbilanz des Software-Giganten SAP, die bei Anlegern auf Skepsis stieß. Der DAX sank gegen Nachmittag um 0,2 Prozent auf 24.093 Punkte, hielt sich jedoch noch knapp über der wichtigen Marke von 24.000 Punkten.
Marktanalyst Jürgen Molnar von Robomarkets äußerte sich zu den enttäuschenden Quartalszahlen von Schwergewichten wie Netflix, Tesla und SAP und stellte fest, dass keiner dieser Berichte den Erwartungen der Anleger gerecht wurde. Dies führte zu Kursverlusten bei den Unternehmen und weckte die Sorge, dass die Erwartungen für diese Berichtsaison zu hoch angesetzt sein könnten.
Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen verzeichnete am Mittwoch einen Rückgang um 0,5 Prozent und notierte bei 29.855 Punkten. Im Gegensatz dazu legte der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 0,2 Prozent zu.
Die SAP-Aktien, die zunächst Gewinne erzielten, verloren schließlich um 0,8 Prozent, da das Unternehmen vorsichtiger bei seinen Wachstumsprognosen wurde. Auch andere Software-Titel wie Teamviewer und Nemetschek vermeldeten Verluste. Siemens Energy hingegen führte den DAX mit einem Plus von 1,6 Prozent an, da Anleger wieder Vertrauen fassten, nachdem der Kurs zuvor erheblich gefallen war.
Deutsche Telekom-Aktien litten unter den hohen Kapitalausgaben der US-Tochter T-Mobile und sanken um 0,9 Prozent. Diese Bedenken spiegelten sich in der Sorge wider, dass die Dividendenzahlungen an die Aktionäre darunter leiden könnten. Auch der Energieversorger RWE musste mit einem Minus von 1,3 Prozent Verluste hinnehmen, nachdem die Bank Citigroup ihre Kaufempfehlung zurückzog.
Ein bedeutender Anstieg des Ölpreises belastete Lufthansa, deren Aktie um 1,5 Prozent fiel. Der Ölpreis wurde durch die jüngsten US-Sanktionen gegen russische Ölfirmen getrieben, was zu Bedenken hinsichtlich der operativen Kosten der Fluggesellschaft führte. Zudem zog die Citigroup ihre Kaufempfehlung für Lufthansa zurück.
Ein Lichtblick waren die Aktien von Atoss Software, die eine beeindruckende Rally von 10 Prozent hinlegten. Der Softwareanbieter rechnet nach einem starken dritten Quartal mit einer verbesserten Profitabilität für das gesamte Jahr.

