Gewalt gegen Journalisten: Alarmer Höchststand politisch motivierter Angriffe
In Deutschland verzeichnen politisch motivierte Angriffe auf Journalisten und Medien einen besorgniserregenden Anstieg. Diese bedenkliche Entwicklung geht aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der "Rheinischen Post" und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zwischen dem 1. April 2024 und dem 30. November 2025 registrierte die Polizei bundesweit 818 entsprechende Straftaten, darunter 89 Gewaltdelikte.
Ein Drittel dieser Vergehen, insgesamt 244 Fälle, wird dem rechten Spektrum zugeschrieben, während 78 dem linken Lager zugeordnet werden. 153 Vorfälle stehen nach Behördenmeinung im Zusammenhang mit ausländischen Ideologien und 31 mit religiösen Motiven. Weitere 312 Delikte sind unter "sonstige Zuordnung" kategorisiert. Die Zahlen wurden von den Ländern mit Stichtag 31. Dezember 2025 an das Bundeskriminalamt übermittelt.
Der medienpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, David Schliesing, äußerte starke Besorgnis über diese Entwicklung. Gegenüber der "Rheinischen Post" forderte er sowohl Bund als auch Länder auf, verstärkte Maßnahmen zum Schutz der Journalisten zu ergreifen. Die Zahlen zeigten eine Tendenz, die keinesfalls zur Normalität werden dürfe.
Ergänzend hierzu berichtete die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) über eine ähnliche Problematik. RSF dokumentierte für das Jahr 2025 insgesamt 55 Angriffe auf Journalisten und Redaktionen und wies auf die zunehmende Delegitimierung journalistischer Arbeit hin, die von vielen als Bedrohung wahrgenommen wird. Im Vergleich dazu lag die Anzahl im Vorjahr bei 89.

