Gerresheimer im Fokus der BaFin: Finanzaufsicht prüft Konzernabschluss
Dass die Finanzwelt ihre ganz eigenen Regeln hat, wird einmal mehr im Fall des Verpackungsherstellers Gerresheimer deutlich. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 18. September die Bücher des Unternehmens unter die Lupe genommen. Der Konzernabschluss für das Jahr 2023/24, der im November endet, sowie der dazugehörige Lagebericht stehen im Blickpunkt der Untersuchungen.
Der Grund für diese intensive Überprüfung: Gerresheimer wird verdächtigt, möglicherweise gegen Bilanzierungsvorschriften verstoßen zu haben. Den konkreten Anhaltspunkten zufolge könnte das Unternehmen Einnahmen aus bestimmten Kundenverträgen verbucht haben, obwohl diese finanziellen Mittel noch nicht realisiert waren. Ein Fauxpas, der unter strengen Rechnungslegungsstandards nicht unerheblich ist.
Das Unternehmen, bislang stets ein fester Bestandteil der Verpackungsbranche insbesondere im Pharma- und Kosmetiksektor, steht nun unter Druck. Eine Unternehmenssprecherin hat angekündigt, dass Gerresheimer sich zeitnah zu den Vorwürfen äußern wird, um Licht ins Dunkel zu bringen. An der Börse hat der Skandal jedoch bereits Wellen geschlagen: Der Aktienkurs des Unternehmens ist dramatisch um etwa ein Drittel gesunken.

