Geopolitische Spannungen belasten die Märkte: Dax startet schwach
Nach einem militärischen Angriff Israels auf iranische Atomanlagen blickt der Dax auf einen äußerst schwachen Handelsstart. Der X-Dax deutet für den deutschen Leitindex ein Minus von 1,6 Prozent auf 23.399 Punkte an, was das Zwischentief von Mitte Mai bei 23.274 Punkten ins Rampenlicht rückt. Sollte dieser Punkt unterschritten werden, könnten charttechnische Risiken drohen, nachdem in der Vorwoche noch ein Rekordhoch von 24.479 Punkten gefeiert wurde.
Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird als ähnlich schwach prognostiziert. Die geopolitische Unsicherheit wird durch die Meldung verstärkt, dass israelische Streitkräfte bei einem Nachtangriff auf iranische Atomanlagen das Hauptquartier der Revolutionsgarden getroffen und den dortigen Kommandeur getötet haben. Marktexperten wie Stephen Innes von SPI Asset Management sehen die Gefahr eines eskalierenden Konflikts im Nahen Osten als lange unterschätztes Risiko.
In Reaktion auf die Spannungen greifen Investoren zu sicheren Anlageklassen wie Staatsanleihen und Gold, während riskante Investments abgestoßen werden. Thomas Altmann, Portfolio-Manager bei QC Partners, betont die Unsicherheitsreaktion der Börsen. Auch der Ölpreis zieht angesichts der geopolitischen Lage weiter an.
Rüstungsunternehmen profitieren von der Situation, ihre Aktien setzen den Aufwärtstrend fort, nachdem sie zuvor auf Konsolidierungskurs waren. So legten Rheinmetall-Papiere im vorbörslichen Handel auf Tradegate um etwa 1 Prozent zu. Dagegen belastet die unsichere Lage den Reise- und Luftfahrtsektor; Lufthansa-Papiere fielen um 5,5 Prozent, Tui verlor nach einem bereits vorherigen Rückgang weitere 3 Prozent.
Nach einer starken Woche sehen sich Anleger in Heidelberger Druck Gewinnmitnahmen gegenüber, was auf Tradegate zu einem Kursrückgang von 5 Prozent führte. Im Dax gerieten die Anteile des Chipherstellers Infineon besonders unter Druck, sie verzeichneten einen Rückgang von mehr als 5 Prozent im vorbörslichen Handel.

