Autoaktien genießen Anlaufschwung dank optimistischer Jahresausblicke
Anleger zeigten sich am Freitag besonders interessiert an Autoaktien, sowohl auf den deutschen als auch auf den europäischen Märkten. Die Jahresprognosen großer Finanzinstitute standen im Fokus der Investoren. Der positive Ton des Analysehauses Jefferies fand dabei deutlich mehr Beachtung als die zurückhaltendere Einschätzung von Barclays kurz vor dem Wochenende.
Im Dax zählte Volkswagen mit einem Kursanstieg von 2,1 Prozent zu den Spitzenreitern, unterstützt durch den Optimismus beider Analystenhäuser. BMW legte um 0,8 Prozent zu, während Mercedes-Benz einen Anstieg von 1,5 Prozent verzeichnete. Auch im MDax konnte die Porsche AG mit einem Plus von 1,9 Prozent überzeugen.
International wurden die Wertpapiere von Stellantis mit einem Plus von 2,3 Prozent beflügelt, während Renault um 0,7 Prozent zulegte. Der europäische Autosektor präsentierte sich am Freitag als eine der stärksten Branchen und übertraf zuletzt die Performance des EuroStoxx 50.
Philippe Houchois, Analyst bei Jefferies, blickt optimistisch auf die Prognosen 2026 für Volkswagen und Stellantis. Seine unveränderte Kaufempfehlung sowie die Erhöhung der Kursziele stützen sich auf erwartete Verbesserungen im operativen Geschäft und strategische Überraschungen. Volkswagen legt weiterhin den Fokus auf Kostenkontrolle und die Kooperation mit Rivian.
BMW und Mercedes-Benz stehen vor einem Übergangsjahr mit Zollherausforderungen im ersten Quartal, wobei der Modellzyklus im späteren Verlauf Unterstützung bieten sollte. Houchois sieht BMW insgesamt mit etwas positiveren Aussichten als Mercedes. Renault und Porsche dürften hingegen schwächere Margen anpeilen. Houchois stuft beide wie auch BMW und Mercedes auf "Hold" ein, erhöhte jedoch ihre Kursziele.
Henning Cosman von Barclays erwartet, dass Zölle, Emissionsvorgaben und der chinesische Markt auch weiterhin im Zentrum der Diskussion stehen werden. Seine generelle Skepsis gegenüber der Branche resultiert aus anhaltendem Gegenwind. BMW und Porsche wurden auf "Underweight" herabgestuft aufgrund hoher Bewertungen und geringerer Erwartungen verglichen mit dem Konsens.
Mercedes bewertet Cosman im Vergleich zu BMW etwas günstiger durch besseren Barmittelzufluss und Optimierungspotenzial und hält daher an seinem "Equal Weight"-Rating fest, mit einem erhöhten Kursziel. Volkswagen bleibt unter den von ihm favorisierten Sektoren mit einem "Overweight"-Rating. Auch Renault erhält positive Beachtung, gestützt durch starken freien Barmittelzufluss.

