Gelebte Bauwende: Aus dem Reallabor in die Praxis
„Das aktuelle Energiestudio“ feiert seine 25. Folge!

23. September 2025, 07:13 Uhr · Quelle: LifePR
Im neuesten Podcast des DEN diskutiert Eike Roswag-Klinge die Umsetzung der Gebäudewende aus Reallaboren. Er plädiert für kostengünstige, soziale Lösungen im nachhaltigen Bauen.

Offenbach am Main, 23.09.2025 (lifePR) - Das Deutsche Energieberater-Netzwerk e.V. (DEN) hat die mittlerweile 25. Folge seines Podcast „Das aktuelle Energiestudio“ veröffentlicht und zu diesem Jubiläum einer besonders wichtigen Frage Raum gegeben: Wie lässt sich das Wissen um die notwendige Gebäudewende und ressourcenschonendes Bauen in die Praxis umsetzen? Zu Gast war Eike Roswag-Klinge. Der Professor des Natural Building Lab der TU Berlin ist seit kurzem Präsident der Berliner Architektenkammer, schon lange im nachhaltigen Bauen engagiert und darüber hinaus selbst DEN – Mitglied. Im Gespräch mit Stefanie Koepsell, Vorstandssprecherin des Netzwerkes, konnte er viele inspirierende wie auch streitbare Thesen wissenschaftlich fundieren und seine Erfahrung aus Projekten und Reallaboren teilen. Letztere sind experimentelle Bauprojekte, die in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort nachhaltige Konstruktionsweisen und neue Nutzungsformen erproben.

Das mitreißende Gespräch reiht sich gut in die vergangenen 24 Folgen des Podcast ein. Das Deutsche Energieberater-Netzwerk hatte diesen vor mehr als zwei Jahren ins Leben gerufen, um im Austausch mit Expert/innen deutlich zu machen, wie Klimaschutz und Energieeffizienz im Gebäudebereich -und auch darüber hinaus- in der Praxis umgesetzt werden kann. Zuletzt stand mit einer Energiegenossenschaft die Wärmewende von unten auf der Agenda. Auch über Effizienzmaßnahmen zum effektiven Eindämmen von Emissionen wurde in den vergangenen Episoden gesprochen. „Es ist uns ein Anliegen, die technischen Möglichkeiten und vielen Vorteile der Energiewende in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir wollen sichtbar machen, warum durchdachter Klimaschutz in vielerlei Hinsicht jetzt schon ein Gewinn für den Menschen ist“, so Koepsell.

Das betont auch Roswag-Klinge in der Jubiläumsfolge. Er spricht über die Einsamkeit von Menschen in verwaisten und zu großen Einfamilienhäusern, über den Stress von langen Arbeitswegen, die unaushaltbare Hitze in vollverglasten Neubaugebäuden und skizziert für all diese Dinge innovative Lösungen. Gleichzeitig betont der Architekt die Notwendigkeit von durchmischten Städten, von kurzen Wegen, öffentlichen Parkanlagen und einem Wandel, der auch soziale Fragen mitdenkt. Wie ist dieser nun aber praktisch umsetzbar? Und: Wie soll das alles eigentlich finanzierbar sein?

Um- statt Neubau
Die Folge hält viele Antworten bereit. Roswag-Klinge verweist auf den Gebäudebestand, auf die Ressourcen, die er bereithält und plädiert für ein Umdenken: Man müsse endlich die wahren Kosten des Abrisses sichtbar machen und Bauherren wie Kommunen vor Augen führen, dass der Neubau -so nachhaltig er sich gibt- im Regelfall nicht die schnellste, kostengünstigste oder klimafreundlichste Lösung ist. Im Gebäudebestand ist CO2 gebunden, wertvolle Baustoffe wie Beton und Stahl. Diese Ressourcen dürfe man -und damit trifft Roswag-Klinge auch ein Anliegen des DEN – nicht „einfach so“ wegschmeißen, sondern müsse vielmehr eine weitere Nutzung ermöglichen. Deswegen sei auch der sortenreine Rückbau von Baustoffen entscheidend für eine echte Kreislaufwirtschaft. Der Architekt untermauert seine Thesen immer wieder mit zahlreichen Beispielen, erzählt von einer Berliner Genossenschaft, die sehr kostengünstig ein in die Jahre gekommenes Bürogebäude umbauen und so neue Wohnungen schaffen konnte – für unter 1000 Euro pro Quadratmeter. Warum sollte das nicht auch die öffentliche Hand machen können?

Low Tech: Das „einfache Haus“ als Marke
Natürlich müsse man bei so einem Preis auch Abstriche machen, bei der Ästhetik etwa oder beim Schallschutz. Dennoch könne und müsse man sich diese Genossenschaft als Vorbild nehmen, so Roswag-Klinge. Er plädiert für ein „einfaches Haus“, dafür auf unnötige Anlagentechnik zu verzichten und sich von dem leiten zu lassen, was das Bestandsgebäude hergibt. Er verbaut lieber feuchtesteuernde, natürliche Baustoffe statt komplizierter Anlagentechnik. Die Technisierung der Gebäude sei -hier zitiert der Wissenschaftler einige Studien- ein echter Kostentreiber. Auch deswegen müsse man die Normen deutlich entschlacken, den Weg ebnen zu einem kostengünstigen Umbau. Er betont zwar, dass es eine gute Gebäudehülle brauche, weist aber auch darauf hin, dass man von der Idee Abstand nehmen müsse, in der Breite und bei allen Bestandsgebäuden hocheffiziente Sanierungen durchführen zu können. Das sei nicht bezahlbar. Der KfW 40 Standard passe nicht mehr in unsere Zeit – so seine durchaus streitbare These.

Mythos Eigenheim
Der Architekt stellte nicht nur hohe Sanierungsstandards in Frage, er wagt sich auch an andere einflussreiche Konzepte. So argumentiert Roswag-Klinge überzeugt gegen den Traum vom Eigenheim, plädiert für einen geringen Pro-Kopf-Flächenverbrauch. Die Gesellschaft müsse ihre Bedarfe hinterfragen. In einer Zeit, in der jede dritte Ehe vorzeitig endet, jüngere Kinder eher bei Ihren Eltern schlafen, würde sich ein Einfamilienhaus -so der Wissenschaftler- nicht mehr lohnen, auch nicht als Geldanlage. Es sei ein Relikt aus Nachkriegszeiten, eine Falle für das Alter und keine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit. Er lobt eine Initiative, die Einfamilienhäuser aufkauft und Senior/innen und junge Familien zusammenbringt. Gerade jetzt brauche es neue Konzepte, man müsse experimentieren, gedanklich in Bewegung bleiben und „den Menschen denken“, so Roswag-Klinge.

Dem kann Stefanie Koepsell nur zustimmen. „Ich freue mich, dass wir mit dem aktuellen Energiestudio beleuchten, wie eine soziale Bau- und Wohnwende aussehen könnte. Ich hoffe, es inspiriert unsere Mitglieder bei ihren Beratungen und im besten Fall auch die Politik.“

Energie & Umwelt / Nachhaltiges Bauen / Gebäudewende / Podcast / Eike Roswag-Klinge
[lifepr.de] · 23.09.2025 · 07:13 Uhr
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