Geheimnummer-Leichtsinn: Ein Einfallstor für Girocard-Betrug
Aktuell ist die sorglose Handhabung von Geheimnummern ein Hauptgrund für Schäden im Girocard-Bereich. "Mehr als die Hälfte der Schäden entsteht durch den missbräuchlichen Karteneinsatz mit PIN am Geldautomaten. Viele Verbraucher erleichtern Kriminellen die Arbeit, indem sie Karte und PIN im Portemonnaie zusammen aufbewahren", erklärt Andreas Peppler, Leiter des Sicherheitsmanagements bei Euro Kartensysteme, die im Auftrag der Kreditwirtschaft die Zahlungskartensicherheit überwachen.
Schadenstechnisch ist das Jahr 2024 mit einem vergleichsweise niedrigen Niveau versehen, zeigt Pegplers Bilanz. Konkrete Zahlen nennt er nicht, doch als letzter offizieller Referenzwert gilt das Jahr 2022 mit einem Schaden von rund 29 Milliarden Euro.
Auch wenn "professionell" Bargeld durch Diebstahl abgeschöpft wird, sowohl mit als auch ohne PIN, stecken die eigentlichen Täter strategisch hinter dem systematischen Missbrauch kontaktloser Zahlungen. Mehr als 90 Prozent des Schadens basiert darauf, dass Täter sowohl über die physische Karte als auch über die PIN verfügen oder eine digitale Kartenversion für ihre Smartphones erschlichen haben.
Inzwischen spielt das klassische "Skimming" kaum noch eine Rolle, da die Manipulation von Geldautomaten aufgrund unbrauchbarer Magnetstreifendaten für Kriminelle nicht mehr attraktiv ist. Laut Peppler gab es im ersten Quartal diesen Jahres keinerlei Meldungen über manipulative Automaten in Deutschland.
Dass Kartendubletten heutzutage kaum eine Bedrohung darstellen, liegt an der globalen Etablierung der EMV-Technik. Nur 46 Betrugsfälle mit gefälschten Karten wurden 2024 über Euro Kartensysteme gemeldet, vornehmlich aus Brasilien und den USA.
Die technologische Sicherheit der Chipkarten ist unbestritten, jedoch bleibt der Mensch als schwächstes Glied kritisch. Hier setzt die Branche auf verstärkte Aufklärung, um den Betrug weiter einzudämmen.

