Gefahr einer neuen Inflationswelle in den USA?
In einem Umfeld, in dem die meisten Wirtschaftsprognostiker optimistisch auf die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft blicken, warnt das Makroforschungsinstitut TS Lombard vor einem möglichen Szenario verstärkter Inflation, das Parallelen zur Stagflationskrise der 1970er Jahre aufweisen könnte. Diese Phase, in der das Wirtschaftswachstum stagnierte und die Inflation hartnäckig hoch blieb, stellte für die Politik eine besondere Herausforderung dar, da sie herkömmliche geldpolitische Maßnahmen wie Zinssenkungen erheblich einschränkte.
TS Lombards Dario Perkins weist darauf hin, dass die Federal Reserve möglicherweise zu voreiligen Zinssenkungen greifen könnte. Diese könnten zu einem späteren Zeitpunkt negative Folgen haben, da sie in einem Moment beginnen, in dem Tarifbindungen die Inflation über dem Ziel der Fed halten könnten.
Obwohl dies von den meisten Analysten als Randrisiko angesehen wird, gibt es Anzeichen dafür, dass die jüngsten Maßnahmen der Fed zur Zinsanpassung von einigen Marktteilnehmern kritisch beobachtet werden. Ein Anstieg der Wahrscheinlichkeiten, dass die Zentralbank ihre Zinsskala unverändert lässt, reflektiert starke BIP-Zahlen und eine überraschend positive Entwicklung am Arbeitsmarkt.
Perkins mahnt, dass die Kombination aus Zinssenkungen, Versorgungsschocks und politischer Einflussnahme auf die Geldpolitik in eine potenziell gefährliche Richtung weisen könnte. Ein unerwartet erneuter Anstieg der Nachfrage könnte zudem die Teuerung weiter anheizen, sollte die Fed weiterhin auf einen expansiven Kurs setzen.
Dennoch bleibt die Mehrheit der Wirtschaftsprognostiker der Ansicht, dass weder eine Rezession noch eine vollwertige Stagflation unmittelbar bevorstehen. Die Stabilität der US-Wirtschaft lässt Zweifel an der Flexibilität der Fed, ihren geldpolitischen Kurs maßgeblich zu ändern.

