Gedämpfte Kurserholung: Redcare Pharmacy unter Druck
Die Aktien von Redcare Pharmacy erlebten am Mittwoch einen turbulenten Start. Nach der Veröffentlichung vielversprechender Gewinnzahlen der Online-Apotheke schienen die Papiere zunächst im Aufwind: Sie starteten fast fünf Prozent höher in den Handel. Jedoch verblasste die anfängliche Euphorie rasch, und der Kurs sank im Verlauf des frühen Handels um bis zu 2,6 Prozent. Zum Ende des Tages schlossen die Titel schließlich mit einem Abschlag von 0,8 Prozent.
Aus charttechnischer Perspektive bot der Kursverlauf am Mittwoch wenig Grund zur Hoffnung für Kurz- bis Mittelfristanleger. Die Aktien konnten zwar kurz die 50-Tage-Linie übersteigen, fielen aber bald wieder ab und näherten sich mit einem Tiefstand von 76,75 Euro dem Jahrestief, das im September knapp unter der 70-Euro-Marke lag.
Die Aktie kämpft seit Monaten mit einem sinkenden Marktvertrauen, da Unklarheiten über den potenziellen Nutzen des E-Rezeptes bestehen. Zusätzlich wird die Bedrohung durch neue Konkurrenz aus dem Drogeriebereich als kritisch wahrgenommen. Bisher hat die Aktie im Jahr 2025 mehr als 40 Prozent an Wert verloren, was sie im MDax zu einem der schwächsten Werte macht.
Erfreuliche Nachrichten kamen jedoch aus dem aktuellen Quartalsergebnis: Der operative Gewinn stieg stärker als erwartet um über die Hälfte. Branchenkenner wie Martin Comtesse von Jefferies und Felix Dennl vom Bankhaus Metzler bewerteten die Geschäftsentwicklung als positiv überraschend. Diese positive Bilanz wird von einem erneuten Bestätigen der Unternehmensprognosen begleitet. Analysten, darunter Olivier Calvet von der UBS, beobachten gespannt die zukünftigen Schritte von Redcare, insbesondere bezüglich E-Rezepten und Bonusprogrammen.
Im Gegensatz dazu verzeichneten die Aktien des Wettbewerbers DocMorris am Mittwoch in Zürich einen Anstieg von 0,8 Prozent. Trotz dieser leichten Erholung verbleiben sie jedoch aufgrund individueller Herausforderungen auf einem Rekordtief, das sie zu Wochenbeginn bei 5,30 Franken erreichten.

