Gastrosteuer-Senkung: Ein Balanceakt zwischen Gästen und Wirten
Die geplante Senkung der Umsatzsteuer im Gastgewerbe von derzeit 19 auf 7 Prozent könnte den Staat knapp vier Milliarden Euro pro Jahr kosten. Diese Entscheidung der schwarz-roten Koalition für das Jahr 2026 wird voraussichtlich Bund, Länder und Gemeinden gleichermaßen treffen. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat bereits angekündigt, darauf zu achten, dass diese Steuererleichterung den Gästen spürbar zugutekommt. Wie allerdings die Kontrolle und Sicherstellung dieses Vorhabens erfolgen soll, bleibt bislang unklar. Die Vorstellung einer flächendeckenden Überprüfung von Speisekarten klingt eher unwahrscheinlich.
Der erwartete Effekt für die Verbraucher könnte dennoch überschaubar bleiben. Angesichts der Herausforderungen durch steigende Mindestlöhne erscheint eine direkte Preissenkung bei Speisen und Getränken wenig realistisch. Vielmehr könnte die geringere Umsatzsteuer lediglich den Anstieg der Kosten aufhalten. Dennoch wird gehofft, dass andere Wege gefunden werden, um die Konsumenten finanziell zu entlasten. So könnte eine Reduzierung der Lohnnebenkosten für viele Menschen attraktiver sein als ein geringfügig günstigeres Essen in der Gastronomie.

