Gastgewerbe am Abgrund: Essengehen wird zum Luxus
Der Trend in Deutschlands Gastgewerbe zeigt leider weiter abwärts. In der ersten Jahreshälfte hat sich die bereits angespannte Situation nochmals verschärft. Während die nominalen Umsätze dank deutlicher Preisanpassungen nahezu auf Vorjahresniveau blieben, verzeichneten die realen Erlöse einen erneuten Rückgang um 3,7 Prozent im Vergleich zum ohnehin schwachen Vorjahreszeitraum. Besonders hart trifft es die Gastronomiebetriebe, die mit einem realen Minus von 4,1 Prozent stärker betroffen sind als Hotels und weitere Beherbergungsbetriebe, deren Umsätze "nur" um 2,6 Prozent nachgaben.
Erschwerend kommt hinzu, dass der für Entlastung sorgende reduzierte Mehrwertsteuersatz seit Anfang des Jahres wieder bei 19 Prozent liegt, wodurch die Attraktivität von Restaurantbesuchen weiter leidet. Ein Lichtblick könnte die angedachte Steuererleichterung der neuen Bundesregierung sein, die plant, den Mehrwertsteuersatz für Speisen im kommenden Jahr wieder auf 7 Prozent zu senken. Doch trotz eines kleinen Aufschwungs zur Osterzeit setzte sich im Juni die trübe Umsatzentwicklung fort: Real lagen die Umsätze 5,9 Prozent unter denen des Vorjahresmonats und, selbst inflationsbereinigt, 3,4 Prozent im Minus.

