GameStop setzt auf Bitcoin-Strategie statt Verkauf

On-Chain-Daten zeigten, dass GameStop Bitcoin im Wert von $324 Millionen von seinen Wallets zu Coinbase transferierte. Viele vermuteten einen vollständigen Verkauf, doch SEC-Dokumente belegen, dass das Unternehmen weiterhin in Bitcoin investiert ist, jedoch auf eine unerwartete Weise.
Bitcoin-Strategie mit gedeckten Calls
GameStop besitzt laut aktuellen Unterlagen nur noch 1 BTC. Statt die im Januar letzten Jahres erworbenen 4.710 BTC zu verkaufen, hat der Videospielhändler 4.709 BTC an Coinbase für eine gedeckte Call-Strategie verpfändet. Dafür erhielt das Unternehmen etwa $368 Millionen in bar, wobei die Kursgewinne bei einem Bitcoin-Preis von etwa $105.000 bis $110.000 gedeckelt sind.
Eine gedeckte Call-Strategie beinhaltet den Besitz eines Vermögenswerts und den Verkauf von Call-Optionen darauf, um Prämieneinnahmen zu erzielen. Im Gegenzug wird das Aufwärtspotenzial bei stark steigenden Preisen begrenzt. GameStop hat Coinbase fast alle seine BTC als Sicherheit übergeben und Call-Optionen darauf verkauft. Im Gegenzug erhielt es eine Barprämie und eine Forderung, anstatt eines volatilen Vermögenswerts in der Bilanz.
Diese Vereinbarung erlaubt es Coinbase, die verpfändeten Bitcoins weiterzuverpfänden, zu vermischen oder sogar zu verkaufen, weshalb GameStop die Coins aus der Bilanz entfernen und stattdessen eine „digitale Vermögensforderung“ verbuchen muss.
Im Gegensatz zu klassischen Unternehmensstrategien, bei denen Bitcoin langfristig gehalten wird, nutzt GameStop BTC eher als ertragsbringendes Finanzinstrument.
Warum GameStop auf Erträge statt Kursgewinne setzt
GameStops Strategie ist eine Reaktion auf die Realität des digitalen Spielemarkts. Mit sinkenden Umsätzen aufgrund der abnehmenden Nachfrage nach physischen Medien und begrenztem Wachstumspotenzial setzt das Unternehmen zunehmend auf finanzielle Strategien zur Ertragssteigerung. Der Umsatz des Unternehmens sank im Jahresvergleich um etwa 25% und im vierten Quartal 2025 um etwa 14%. Durch die Übergabe seiner Bitcoins an Coinbase und den Verkauf von Call-Optionen darauf nutzt GameStop die Prämien und Kreditlinien, um dringend benötigte liquide Mittel zu generieren.
GameStop ist ein Beispiel für eine neue Phase der Unternehmensadoption von Bitcoin, bei der nicht nur gekauft und gehalten wird, sondern auch aktiv verliehen, verpfändet und Optionen für Erträge genutzt werden, wobei Plattformen wie Coinbase die Ausführung und Weiterverpfändung übernehmen.
Sollte der Bitcoin-Preis stark steigen, könnten GameStop-Aktionäre zusehen, wie Coinbase und Optionspartner den Großteil der Gewinne einstreichen, während GameStop mit einer festverzinslichen Auszahlung verbleibt. Diese Dynamik sollten Händler in jede „Bitcoin-gebundene Aktien“-These einbeziehen.

