G7 fordert Iran zu neuen Verhandlungen über Atomprogramm auf
Im andauernden Konflikt um das iranische Atomprogramm haben die Außenminister der G7-Staaten, einer Gruppe führender Wirtschaftsnationen, den Iran dazu aufgefordert, direkte Gespräche mit den Vereinigten Staaten aufzunehmen. Unterstützt werden sollen diese Gespräche von den E3-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien, so die gemeinsame Erklärung der G7-Länder, die ihr zweitägiges Treffen im malerischen kanadischen Niagara-on-the-Lake beendeten. Die G7 umfasst neben den genannten Nationen auch die USA, Italien, Japan und Kanada.
Die US-Regierung hatte dem Iran bereits Ende September einen Vorschlag zu neuen Verhandlungen unterbreitet. US-Außenminister Marco Rubio betonte damals, ein Abkommen sei die beste Lösung sowohl für das iranische Volk als auch für die internationale Gemeinschaft. Damit dieses Anliegen Realität werde, müsse die iranische Führung allerdings bereit sein, direkte Gespräche zu führen. Im Gegensatz dazu hatte Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, Verhandlungen mit den USA klar abgelehnt.
Die Vorwürfe, der Iran strebe nach Kernwaffen, kommen sowohl aus den USA, von europäischen Ländern als auch aus Israel, wogegen die iranische Regierung diese Anschuldigungen vehement zurückweist. Im Juni eskalierte der Konflikt, als Israel in Abstimmung mit den USA für zwölf Tage zentrale Nuklearanlagen des Iran bombardierte, nachdem vorherige Verhandlungen ohne Erfolg geblieben waren.
Das im Jahr 2015 geschlossene Abkommen, in dem sich der Iran zur Einschränkung seines Atomprogramms verpflichtet hatte, wurde nach dem einseitigen Ausstieg der USA unter der Präsidentschaft von Donald Trump von iranischer Seite nicht mehr eingehalten. Aufgrund dieses Bruchs und auf Anstoß von Deutschland, Frankreich und Großbritannien wurden unlängst die UN-Sanktionen gegen den Iran Ende September erneut aktiviert. Die G7-Staaten forderten den Iran zudem auf, die vollständige Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wiederaufzunehmen, einschließlich der Erlaubnis umfassender Inspektionen sämtlicher Atomanlagen. Nach den militärischen Auseinandersetzungen mit Israel und den USA hatte der Iran den IAEA-Inspektoren nur begrenzten Zugang zu den nicht beschädigten Einrichtungen gestattet.

