Fridays for Future fordert von der Regierung ambitionierten Klimaschutz: Schwarze-Rot in der Kritik
Die Bewegung Fridays for Future hat an Bundeskanzler Friedrich Merz und die kürzlich vereidigte Bundesregierung eindringliche Kritik geübt. Im Fokus stehen laut Sprecherin Carla Reemtsma insbesondere die zahlreichen fossilen Projekte, die im Koalitionsvertrag verankert sind. Vor dem Bundeskanzleramt in Berlin äußerte sie, dass das Gefühl entsteht, die neue Koalition habe fernab jeder Realität verhandelt.
Die Jugendbewegung plant, ihrem Unmut durch umfangreiche Protestaktionen Luft zu machen. Klimaaktivistin Luisa Neubauer unterstreicht die Dringlichkeit des Handelns: Die aktuelle Regierung müsse das Land durch eine historische Legislaturperiode begleiten, die in puncto Erderwärmung als die heißeste in die Geschichtsbücher eingehen könnte.
In den vermeintlich richtungsweisenden ersten 100 Tagen sind 100 Protestaktionen im ganzen Land geplant, um den politischen Druck zu erhöhen. Fridays for Future fordert die sofortige Stärkung des Klimaschutzgesetzes, Wiedereinführung verbindlicher Sektorziele, einen umfassenden Plan für den Gasausstieg bis 2035 und eine rasche Überarbeitung der Kraftwerksstrategie.
Franziska Wild von Fridays for Future Bayern wirft der Regierung vor, im 'Gasrausch' gefangen zu sein. Zudem werden Sofortmaßnahmen für die Sektoren Verkehr und Gebäude verlangt, wie eine gerechte Erneuerung des Gebäudeenergiegesetzes und die Einführung eines bezahlbaren Deutschlandtickets.
Der neue Umweltminister Carsten Schneider trägt die Verantwortung für den Klimaschutz, eine Aufgabe, die ihm nach einer Umstrukturierung des Ministeriums zukommt. Doch bereits viele Umweltverbände, darunter die Deutsche Umwelthilfe und Greenpeace, stehen dem Koalitionsvertrag kritisch gegenüber.
Besonders die geplanten Änderungen am umstrittenen Heizungsgesetz und die Förderung fossiler Energieträger stoßen auf breite Ablehnung.

