Freigelassene politische Gefangene aus Belarus in Litauen eingetroffen: Neuer Impuls für die Demokratiebewegung
In einem bedeutenden Schritt wurden 20 kürzlich freigelassene belarussische politische Gefangene in Litauen willkommen geheißen. Ein Sprecher der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja äußerte sich gegenüber den litauischen Medien erfreut über die Rückkehr der „Helden in Freiheit“. Dabei bedankte er sich bei den USA und der EU für ihre beachtlichen Anstrengungen und ihre Unterstützung bei der Freilassung der Inhaftierten.
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko reagierte am Wochenende auf internationalen Druck, insbesondere aus den USA, und ließ insgesamt 123 politische Gefangene frei. Unter den freigelassenen Personen befanden sich prominente Namen wie die Oppositionellen Maria Kolesnikowa und Viktor Babariko sowie der Friedensnobelpreisträger Ales Beljazki. Aus dieser Entwicklung zieht Tichanowskaja die Hoffnung auf frischen Wind und neue Führungspersönlichkeiten in der belarussischen Demokratiebewegung.
Tichanowskaja betonte bei einem Treffen mit dem litauischen Parlamentspräsidenten Juozas Olekas die Notwendigkeit, den Freigelassenen Zeit zur Erholung zu geben. Es sei entscheidend, in einen Dialog zu treten, um ihre Vorstellungen über ihre zukünftigen Rollen in der Bewegung zu klären. Sollte ihr Engagement für die Demokratie fortgesetzt werden, so müsse über die künftige Zusammenarbeit und Koordination gesprochen werden.
Litauen gilt als ein wichtiger Unterstützer der belarussischen Opposition und fördert aktiv die Demokratiebewegung des Nachbarlandes. Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im August 2020 fanden zahlreiche belarussische Bürger, darunter auch Tichanowskaja selbst, im EU-Staat Zuflucht. Dort wird daran gearbeitet, durch strategische Kontakte und eine Exilregierung die Weichen für einen möglichen Machtwechsel in Belarus zu stellen.

