Französische Landwirte verstärken Proteste gegen Mercosur-Abkommen
In den Tagen vor der geplanten Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens nehmen die Proteste französischer Landwirte gegen die geplante Freihandelszone an Intensität zu. Am Dienstagmorgen erreichten zahlreiche Traktoren Paris und sorgten durch ihre Anwesenheit in der Nähe des Parlaments für Aufsehen. Die Bauern wehren sich vehement gegen das Handelsabkommen der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten wie Brasilien und Argentinien, da sie erhebliche Nachteile durch preiswerte Importe befürchten. Der Vertrag soll am kommenden Samstag in Paraguay unterzeichnet werden.
Im Lichte der anhaltenden Unruhen zeigt sich die französische Regierung kompromissbereit und kündigte zusätzliche Hilfen für die Landwirtschaft an. Nachdem bereits Unterstützungsmaßnahmen in Höhe von 300 Millionen Euro verlautbart wurden, bestätigte Premierminister Sébastien Lecornu weitere Schritte zur Entlastung. Ein zügig zu verabschiedendes Notstandsgesetz soll den Landwirten Erleichterungen bei der Wassernutzung, den Vorgaben zur Düngemittelverwendung und den Steuerauflagen bieten.
Seit geraumer Zeit protestieren die Landwirte zudem gegen die ihrer Meinung nach überbordende Bürokratie und umweltschutzrechtlichen Maßnahmen. Während die Traktor-Demonstration in Paris legal angemeldet war, räumte die Polizei in den frühen Morgenstunden eine von Landwirten errichtete Barrikade auf der Autobahn A64 südwestlich von Toulouse. Indes führten Landwirte auf der vielbefahrenen A1 von Paris in Richtung Kanalküste eigenmächtige Kontrollen der Anlage von Lastwagen fort, um importierte landwirtschaftliche Erzeugnisse zu überprüfen, die ihrer Ansicht nach nicht den französischen Normen und Standards entsprechen.

