Fragile Waffenruhe zwischen Israel und Hamas: Neue Zwischenfälle im Gazastreifen
Die Situation im Gazastreifen bleibt angespannt, da die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas erneut auf die Probe gestellt wird. Trotz der bestehenden Feuerpause kam es jüngst zu Vorfällen in der Region. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete von zwei Todesopfern im Viertel Tuffah, eine Folge des fortgesetzten Beschusses. Diese Berichte sind bislang nicht unabhängig verifiziert worden.
Parallel dazu hat Israel den humanitären Warentransport in die Region wieder aufgenommen, nachdem Hilfslieferungen zuvor ausgesetzt wurden. Die israelische Regierung hatte die Aussetzung mit Verstößen der Hamas gegen die Waffenruhe begründet. Nun jedoch sollen humanitäre Hilfen über kontrollierte Übergänge, wie Kerem Schalom, weiterhin in den Gazastreifen fließen, so aus Sicherheitskreisen verlautbart. Das ehemals gesetzte Ziel lag bei 600 Lkw pro Tag, doch die aktuelle Lage zur effektiven Anzahl eingetroffener Transporter bleibt unklar, da die zuständige israelische Behörde Cogat hierzu keine Stellungnahme abgegeben hat.
Indes bestätigte das israelische Militär in der Region Schedschaija erneut Zwischenfälle. Palästinenser hätten, so die Armee, militärisch kontrolliertes Gebiet betreten, was die Soldaten in Alarmbereitschaft versetzte. Diese hätten auf die als Bedrohung eingeschätzten Personen reagiert, von denen die Armee als „Terroristen“ sprach. Angaben zu möglichen Opfern oder eine Verbindung zu den durch Wafa gemeldeten Ereignissen wurden indessen nicht gemacht.
Am Sonntag kam es zu besonders schweren Gefechten, die als Reaktion auf einen Angriff auf israelische Soldaten im Süden des Gazastreifens gewertet wurden. Bei den daraus resultierenden Luftangriffen sollen nach Hospitalangaben 44 Palästinenser ums Leben gekommen sein. Das ZDF meldete zusätzlich den Verlust eines Mitarbeiters einer Partnerfirma durch einen Raketenangriff, wobei auch ein Übertragungswagen zerstört wurde. Israel kündigte an, gemäß den Waffenruhe-Vereinbarungen handeln, jedoch auf Verstöße angemessen reagieren zu wollen.
Die Bundesregierung forderte unterdessen die strikte Einhaltung des Friedensplans im Gazastreifen. Regierungssprecher Stefan Kornelius betonte, dass klare und konkrete Abmachungen bestehen, an die sich alle Parteien, einschließlich der Hamas, halten müssen. Berichten zufolge könnte die Hamas zudem am Abend die Leiche einer weiteren Geisel übergeben, auf die mit Spannung gewartet wird.
Der Auslöser für den aktuellen Konflikt war der Angriff der Hamas und anderer islamistischer Gruppen auf Israel am 7. Oktober 2023.

