Formycon erobert mit Biosimilar Ranivisio den brasilianischen Gesundheitsmarkt
Das bayerische Biotechnologie-Unternehmen Formycon hat den nächsten Meilenstein erzielt und sichert sich die Zulassung für sein Biosimilar Ranivisio in Brasilien. Das Medikament Ranivisio, das auf dem Wirkstoff Ranibizumab basiert und als Alternative zum Augenmedikament Lucentis dient, erhielt von den brasilianischen Behörden die notwendige Freigabe.
Weitere Zulassungen in der lateinamerikanischen Region sind bereits in Aussicht, was das Unternehmen positiv in die Zukunft blicken lässt. Nach eigenen Angaben erwartet Formycon durch die schrittweise Einführung seines Produkts bedeutende Umsätze auf dem südamerikanischen Kontinent.
Die Börse reagierte begeistert auf diese Nachrichten. Die Formycon-Aktie stieg am Vormittag um fast sechs Prozent und führte den Kleinwerte-Index SDax an. Dieser Aufwärtstrend spiegelt sich auch in der bisherigen Wochenbilanz wider, die mit einem Gewinn von etwa 16 Prozent beeindruckt.
Seit dem Tiefpunkt im April konnte die Aktie um über 40 Prozent zulegen, obwohl der Schock des Februars, als die Kurse von über 50 Euro drastisch einbrachen, noch nachwirkt. Grund für den damaligen Absturz waren hohe Abschreibungen aufgrund unerwarteter Preisnachlässe im US-Markt, die auch das Geschäft mit dem Wirkstoff Ranibizumab betrafen.
Ranibizumab, ein VEGF-Hemmer, ist essenziell in der Therapie von Augenleiden wie der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). Während das Originalprodukt Lucentis von Novartis stammt, wurde Formycons Biosimilar in Zusammenarbeit mit Bioeq, einem Joint Venture mit Polpharma Biologics, entwickelt.
Das Produkt ist bereits in mehreren Märkten, darunter Europa und Nordamerika, erfolgreich eingeführt. In Brasilien wird Formycon sein Produkt in Kooperation mit dem lokalen Pharmaunternehmen Biomm vertreiben.
Das Potenzial ist erheblich, da der brasilianische Markt für VEGF-Hemmer, insbesondere im Bereich der Augenmedizin, beachtliche Wachstumsraten aufweist und einen Jahresumsatz von etwa 66 Millionen US-Dollar erreicht hat.

