Flughafen BER hebt wieder ab - Enteisung als Hürde

Der Betrieb am Berliner Hauptstadtflughafen BER hat nach wetterbedingten Einschränkungen am Freitag wieder Fahrt aufgenommen. Dennoch sind mehrere Stunden Verspätungen und Ausfälle zu verzeichnen, da die eisigen Bedingungen für eine verlängerte Enteisungszeit der Flugzeuge sorgen. Am Mittag war der Flugbetrieb offiziell freigegeben, wobei die erste Maschine in Richtung Amsterdam startete. Der Betrieb wird momentan schrittweise normalisiert.
Nachdem am Donnerstag Blitzeis und Eisregen den Flugverkehr zum Erliegen gebracht hatten, blieb der Betrieb auch am Freitagmorgen eingestellt. Trotz intensiver Enteisungsmaßnahmen in der Nacht verwandelten sich die Flugbetriebsflächen in Rutschbahnen. Dies führte dazu, dass viele Passagiere die Nacht im Terminal verbringen mussten, was die Gemüter erhitzte und wegen spärlicher Informationen seitens der Fluggesellschaften für Frust sorgte. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen, allein am Freitag waren es über 100.
Die Möglichkeit weiteren Blitzeises birgt das Risiko, dass der Flugbetrieb erneut gestoppt werden muss. Deshalb blicken sowohl Betreiber als auch Passagiere mit angehaltenem Atem auf die Wetterentwicklung.
Die Gewerkschaft Verdi lobte die effektive Krisenkommunikation und das Engagement der Mitarbeiter, übte jedoch Kritik an der Organisation der Maßnahmen. Dennis Dacke von Verdi bemängelte die unzureichende Vorbereitung und Resilienz des Flughafens und verwies auf internationale Flughäfen, die mit solchen Wetterbedingungen routiniert umgehen.
Der Flughafenverband ADV hielt dem entgegen, dass Sicherheit oberste Priorität habe. Auch wenn moderne Enteisungs- und Räumtechniken an ihre Grenzen gestoßen seien, sei die Einstellung des Flugbetriebs in solchen Fällen unumgänglich. Die zunehmende Häufigkeit extremer Wetterereignisse stelle Flughäfen weltweit vor wachsende Herausforderungen, was regelmäßige Überprüfungen bestehender Konzepte nötig mache. Die Unterbrechung des Flughafenbetriebs könnte laut ADV signifikante finanzielle Einbußen nach sich ziehen, deren Ausmaß allerdings erst nach der Wiederaufnahme des normalen Flugbetriebs präzise ermittelt werden könne.

