Flugchaos in den USA – warum deutsche Reisende jetzt betroffen sein könnten
Behörden arbeiten nur eingeschränkt
Seit 38 Tagen steht die US-Bundesverwaltung ohne genehmigten Haushalt da. Zahlreiche Ministerien arbeiten im Notbetrieb, Bundesangestellte erhalten kein Gehalt. Davon betroffen sind auch die Fluglotsen. Viele erscheinen nicht mehr zum Dienst oder orientieren sich um – mit direkten Folgen für den Flugverkehr.
Vor dem Shutdown waren bereits rund 3000 Stellen unbesetzt. Jetzt fehlen täglich zusätzliche Lotsinnen und Lotsen. Die Luftfahrtbehörde FAA hat Fluglinien angewiesen, Flugpläne auszudünnen. An großen Drehkreuzen wie New York, Chicago, Los Angeles oder Miami müssen Airlines zunächst vier Prozent ihrer Flüge streichen. In den nächsten Tagen steigt die Quote auf bis zu zehn Prozent. Eine Ausweitung auf 20 Prozent ist möglich.
Deutsche Airlines bisher stabil – Anschlussflüge gefährdet
Lufthansa und Condor berichten bislang von stabilen Verbindungen zwischen Deutschland und den USA. Interkontinentalflüge sollen laut Lufthansa weiterhin planmäßig starten. Problematisch wird es für Passagiere, die in den USA umsteigen: Regionalflüge sind am stärksten betroffen und können kurzfristig ausfallen.
Reisende sollten prüfen, ob Anschlussflüge bestätigt sind und im Zweifel längere Umsteigezeiten einplanen.
Shutdown erhöht politischen Druck
Bereits 2019 löste ein ähnlicher Shutdown durch Flugausfälle politischen Druck aus – wenige Tage später wurde der Haushaltsstreit beigelegt. Auch diesmal könnte der eskalierende Luftverkehr zum entscheidenden Faktor werden. Ende November beginnt das Thanksgiving-Reisehoch, traditionell die verkehrsreichste Woche des Jahres. Bei 70 Millionen erwarteten Reisenden würde jeder zusätzliche Ausfall die Lage verschärfen.
Im politischen Streit stehen sich Republikaner und Demokraten unversöhnlich gegenüber. Donald Trump fordert die Abschaffung des Filibusters im Senat – ein Vorschlag, den selbst Parteifreunde skeptisch sehen. In Umfragen werden die Republikaner bisher klar für den Stillstand verantwortlich gemacht.
Was Reisende jetzt wissen müssen
- deutlich längere Wartezeiten an Sicherheitskontrollen
- mögliche Stornierungen von Inlandsanschlüssen
- Einschränkungen bei Nationalparks, Museen und Behörden, auch bei Visa-Bearbeitung
Wer in den kommenden Tagen fliegt, sollte Buchungen fortlaufend prüfen und Push-Mitteilungen der Airline aktivieren.


