Flucht aus Chan Junis: UN warnt vor humanitärer Katastrophe
Die Massenflucht aus der umkämpften Stadt Chan Junis in den südlichen Gazastreifen könnte verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung haben. Dies warnte ein UN-Menschenrechtsexperte am Freitag. Die Stadt Rafah, welche an der Grenze zu Ägypten liegt, beherbergt bereits jetzt über 1,3 Millionen der insgesamt 2,2 Millionen Einwohner des Gazastreifens. Durch die Flucht weiterer Menschen aus Chan Junis und anderen Orten droht dort eine massive humanitäre Krise, so Ajith Sunghay, Leiter des UN-Menschenrechtsbüros für die Palästinensergebiete.
Die Lage in Rafah ist bereits jetzt äußerst angespannt. Die Massen an Binnenvertriebenen und der Mangel an Nahrung haben die Ressourcen der Stadt bereits stark beansprucht. Sollten nun noch mehr Menschen in die Stadt fliehen, könnte dies zu Unruhen und dem völligen Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung führen. Die Zivilbevölkerung hätte dann keine Fluchtmöglichkeit mehr, sollte sich auch der Konflikt zwischen der israelischen Armee und der Palästinenserorganisation Hamas nach Rafah verlagern.
Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf hat mehrere Briefe und öffentliche Aufrufe an die israelischen Behörden gerichtet, in denen der Schutz der palästinensischen Zivilbevölkerung gefordert wurde. Leider haben sie bisher keine offizielle Antwort erhalten, berichtet Ravina Shamdasani, Sprecherin des Menschenrechtsbüros. Es bleibt abzuwarten, ob die israelischen Behörden angemessen auf die Warnung des UN-Menschenrechtsexperten reagieren werden.
Die Situation in Chan Junis und Rafah bleibt weiterhin äußerst besorgniserregend. Es ist zu hoffen, dass die internationale Gemeinschaft ihr Augenmerk auf diese Region richtet und Maßnahmen zur Hilfe und Unterstützung ergreift. (eulerpool-AFX)

