Flaute im Dienstradleasing: JobRad plant Arbeitsplatzabbau
Der Rückgang der Nachfrage nach Diensträdern zwingt das Leasingunternehmen JobRad zu einem konsequenten Umbau seiner Belegschaft. Ein Sprecher des Unternehmens verriet, dass rund 20 Prozent der Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, genaue Zahlen wurden jedoch nicht genannt. Die Details dieses Vorhabens werden nun in Kooperation mit dem Betriebsrat ausgearbeitet. JobRad, mit Hauptsitz in Freiburg, beschäftigt derzeit 850 Mitarbeiter.
Seit der Saison 2023/24 ziert das Logo von JobRad die Trikots des SC Freiburg als Hauptsponsor. Ob die Sparmaßnahmen auch Einfluss auf diese Partnerschaft haben werden, ist noch unklar und wurde von Unternehmensseite nicht kommentiert.
Transparenz und der offene Dialog mit den Mitarbeitern haben für die Geschäftsführung oberste Priorität, versicherte der Sprecher. Bereits Ende September seien alle Belegschaftsmitglieder über die strategische Neuausrichtung informiert worden, die aufgrund der Marktentwicklung erforderlich sei. Seither laufen intensive Verhandlungen mit dem Betriebsrat.
Die Fahrradbranche zeigt sich in einer Phase der Konsolidierung. Trotz aktueller Herausforderungen bleibt JobRad überzeugt von der Tragfähigkeit seines Geschäftsmodells. Es gilt, das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen. In Zusammenarbeit mit über 7.200 Fahrradgeschäften hat JobRad bisher zwei Millionen Diensträder vermittelt und verwaltet aktuell etwa eine Million Fahrräder in Deutschland.
Das Jahr 2023 sah die gesamte JobRad-Gruppe mit einem Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro auf solidem Kurs. Neben der Präsenz in Deutschland ist JobRad auch mit einer eigenen Gesellschaft in Österreich tätig. Der kürzliche Erwerb des belgischen Marktführers Cyclis Bike Lease, der auch in den Niederlanden aktiv ist, markierte einen wichtigen Meilenstein in der internationalen Expansion. Beobachtungen weiterer europäischer Märkte laufen intensiver denn je.
Nach einem Boom während der Corona-Zeit erlebte die Fahrradbranche erhebliche Einbrüche in den Verkaufszahlen in Deutschland. Von 5 Millionen verkauften Rädern im Jahr 2022 fiel die Zahl im darauffolgenden Jahr auf 3,85 Millionen, was zu überfüllten Lagern und teilweise drastischen Preissenkungen führte.

