Fischereikommission ICCAT mit Teilerfolgen für den Haischutz
Besserer Schutz für Riesenhaie und Weiße Haie; Fangbeschränkungen für südatlantische Kurzflossen-Makohaie

25. November 2025, 13:34 Uhr · Quelle: LifePR
Fischereikommission ICCAT mit Teilerfolgen für den Haischutz
Foto: LifePR
Regionale Fischereikommissionen gehören zu den entscheidenden Instrumenten zur Durchsetzung einer nachhaltigen Fischerei und Bekämpfung der Überfischung. Sie sind unverzichtbar für den Erhalt der Artenvielfalt in den Ozeanen.
Die ICCAT hat bei der Versammlung Fortschritte im Haischutz erzielt, doch viele Haiarten bleiben bedroht. Experten fordern dringendere Maßnahmen für nachhaltige Fischerei.

München, 25.11.2025 (lifePR) - Nach über einer Woche zäher Verhandlungen endete am 24.11. in Sevilla die 29. Generalversammlung der Internationalen Kommission zum Erhalt des Atlantischen Thunfischs (ICCAT, International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas). In den Zuständigkeitsbereich der ICCAT fällt das fischereiliche Management von 30 weit wandernden Fischarten im Nord- und Südatlantik. Neben verschiedenen Thunfischarten fallen darunter auch Haiarten wie Kurzflossen-Makohaie, Walhaie, Riesenhaie oder Weiße Haie.

Die Kommission, in deren Zuständigkeitsbereich der Großteil der europäischen Haifänge erfolgt, konnte sich nur auf kleine entscheidende Fortschritte für mehr Nachhaltigkeit bei der Haifischerei einigen. „Obwohl insgesamt sieben Vorschläge für besseren Haischutz auf dem Tisch lagen, wurden nur zwei angenommen. Für den Kurzflossen-Makohai im Südatlantik hätte die Chance bestanden, das Ruder noch herumzureißen. Diese Chance könnte verspielt worden sein, während die Haibestände einem Zusammenbruch entgegenschwimmen“, warnt Dr. Iris Ziegler von der Deutschen Stiftung Meeresschutz. „Für die Zukunft der Haie im Atlantik, insbesondere der Hochseehaie, ist jede weitere Verzögerung fatal. Die Bestände sind massiv überfischt – Maßnahmen zur Senkung der fischereibedingten Mortalität sind unerlässlich, um sie zu erhalten“, ergänzt Dr. Mona Schweizer von Pro Wildlife.

18 Jahre Diskussion über ein Finning-Verbot – noch immer keine Einigung

Seit 18 Jahren streiten die ICCAT-Mitgliedsstaaten über die sogenannte „Fins Naturally Attached (FNA)“-Regelung. FNA besagt, dass Haien erst an Land die Flossen abgetrennt werden dürfen.

Dies soll den Handel mit Haiflossen und das sogenannte „Shark Finning“ eindämmen. Hierbei schneiden die Fischer den Haien nach dem Fang die wertvollen Flossen ab. Dann „entsorgen“ sie den Rest des noch lebenden Tieres im Meer. Damit ist auch eine Nachvollziehbarkeit darüber, ob geschützte Arten betroffen sind und welche Gesamtfangmenge erzielt wurde, nicht gegeben. Obwohl seit Jahren eine große Mehrheit der Mitgliedsstaaten für eine strikte FNA-Regelung ohne Ausnahmen eintritt, blockieren einige wenige, darunter Japan, die Verabschiedung im Konsens.

Blauhai-Management vertagt

Blauhaie stehen sowohl im Nord- als auch im Südatlantik unter starkem Fischereidruck. Dennoch wendet ICCAT beim Fischereimanagement nicht denselben Standard an, wie er für Thunfische und thunfischartige Spezies selbstverständlich ist.

Letztes Jahr stieß die ICCAT immerhin einen Prozess an, der zur Entwicklung und Einführung von Maßnahmen für ein nachhaltiges Fischereimanagement von Blauhaien führen soll. Allerdings wurde der Prozess verzögert. Ein Antrag der EU, der dem dringend benötigten Blauhai-Management höhere Priorität eingeräumt und den Prozess um Jahre beschleunigt hätte, wurde abgelehnt.

Reduktion der Fangmenge von Kurzflossen-Makohaien im Südatlantik

Kurzflossen-Makohaie sind den meisten Menschen eher unbekannt. Als Spitzenprädatoren im Atlantik spielen sie jedoch eine zentrale Rolle für die Stabilität und Funktionsfähigkeit mariner Ökosysteme. Ihr Bestand ist sowohl im Nord- als auch im Südatlantik in einem äußerst kritischen Zustand, nachdem die Art über Jahrzehnte hinweg – insbesondere durch Fangflotten der EU – massiv überfischt wurde.

Die EU forderte auf der 29. ICCAT-Generalversammlung ein Fang- und Anlandeverbot für die Populationen des Südatlantiks. Ein derartiges Verbot gibt es bereits seit 2022 für den Nordatlantik. Der Versuch, es auf den Südatlantik auszudehnen, scheiterte jedoch.

Immerhin einigte man sich auf eine Fangmengen-Reduzierung für 2026 von bisher 1.295 auf 634 Tonnen. Ob dies jedoch ausreicht, um den Mako-Bestand langfristig zu erhalten, bleibt fraglich. „Einfach nur den Fang zu verbieten oder Mortalitätsgrenzen festzulegen, reicht nicht. Die Tiere werden dennoch gefangen – als Beifang in der Blauhai- und Schwertfischfischerei – und anschließend meist tot oder sterbend wieder freigelassen", erklärt Ziegler. „Solange wir die Selektivität der Fanggeräte nicht erhöhen und dadurch den Fang dieser Haie verringern, wird kein konsequenter Haischutz gelingen. Namibia, eine relevante Fangnation im Südatlantik, hat beispielsweise mit einem Verbot von stählernen Langleinen, von denen sich Haie kaum befreien können, die Haimortalität gesenkt. ICCAT muss diesbezüglich endlich nachziehen."

Erfolge für den Weißen Hai und Riesenhaie

Zumindest nahm die Generalversammlung den Vorschlag Großbritanniens für ein Fang- und Anlandeverbot für Weiße Haie und Riesenhaie an.

Überdies sind die Fangflotten jetzt dazu verpflichtet, Tiere in ihren Netzen oder an ihren Haken möglichst unbeschadet wieder freizulassen. Daten über Beifänge müssen zudem an die ICCAT gemeldet werden. „Die Entscheidung bezüglich der beiden gefährdeten Haiarten ist ein wichtiger Erfolg, aber bei Weitem nicht genug, um die Haipopulationen im Atlantik langfristig zu erhalten“, lautet das Resümee von Pro Wildlife und Deutscher Stiftung Meeresschutz.

Energie & Umwelt / Haischutz / ICCAT / Blauhai / Makohai
[lifepr.de] · 25.11.2025 · 13:34 Uhr
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