Fischerei in Schutzgebieten: Debatte um Nachhaltigkeit und Ökosystemverträglichkeit
Eine aktuelle Untersuchung des WWF legt nahe, dass deutsche Grundschleppnetzfischer bis 2022 überwiegend in den Schutzgebieten der deutschen Nordsee tätig waren. Nach Aussagen der Umweltorganisation wurden beeindruckende 76 Prozent der Fänge von Platt- und Weißfischen sowie Krabben in diesen sensiblen Gebieten verzeichnet. Die umstrittene Praxis ist jedoch seit 2023 in manchen dieser Gebiete untersagt worden.
Kern der WWF-Analyse waren Satellitendaten größerer Schiffe, die die Aktivität in den Schutzgebieten wie Borkum-Riffgrund, Doggerbank und dem Sylter Außenriff sowie in den Nationalparks Wattenmeer beleuchteten. Der WWF hat die Auswirkungen der Fischerei mit Grundschleppnetzen kritisch bewertet und sieht erhebliche Risiken für marine Lebensräume und das Ökosystem durch unerwünschten Beifang und Bodenschädigung.
Der Deutsche Fischerei-Verband äußert indes Skepsis gegenüber diesen Ergebnissen. Besonders im Hinblick auf die Fanggebiete der Weißfische zeigt man sich zweifelnd und hält die Krabbenfischerei in den Nationalparks für ökosystemverträglich. Unterstützung erhält der Verband von einer Studie des Thünen-Instituts, die 2023 ebenfalls diese Sichtweise untermauerte. Die Diskussion über die richtigen Techniken und deren Konsequenzen für das maritime Ökosystem bleibt somit weiterhin im Fokus von Industrie und Umweltschützern.

